ZEIT ONLINE: Herr Thrush, bis vor Kurzem waren Sie noch Vorsitzender der Internetverwaltung Icann ( Internet Corporation for Assigned Names and Numbers ). In dieser Position haben Sie sich sehr für die nun beschlossene Ausweitung der Endungen von Internetadressen (Top Level Domains, kurz: TLDs) eingesetzt. Damit beginne "ein neues Zeitalter für das Internet" , haben Sie angekündigt. Aber was ändert sich überhaupt?

Peter Denegate Thrush: Anbieter können im Netz künftig ihre eigenen Adressen auswählen. Firmen erlangen dadurch eine viel bessere Kontrolle über ihren Markennamen im Netz. Die Nutzer wiederum können bald unter Domain-Namen wählen, die ihre kulturellen, linguistischen, ethnischen Interessen viel besser widerspiegeln. Das Netz wird zu einem bunteren, aufregenderen Ort, wenn Nutzer unter Namen wie .beer, .news, .movie, .shop und Ähnlichem wählen können. Darüber hinaus entfällt die Pflicht, dabei die englische Sprache zu verwenden. Viele neue Namen werden in kyrillischer, chinesischer oder arabischer Schrift entstehen.