In der Testphase arbeitet OpenLeaks, wie Domscheit-Berg Donnerstag bekannt gab, mit fünf Partnern zusammen: der taz , dem Freitag , der dänischen Tageszeitung Dagbladet Information , dem portugiesischen Wochenblatt Expresso und der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. Später soll jede Organisation Partner werden können, die das wünscht.

OpenLeaks selbst – laut Domscheit-Berg ein Team von sieben Leuten – kümmere sich nur um die Sicherheit der Datenübertragung. "OpenLeaks ist eine Art Babyklappe für Dokumente", sagte Domscheit-Berg am Mittwoch im Camp. Alles andere sollen die Partner übernehmen: Sie sollen überprüfen, wie glaubwürdig die Quelle ist, Hintergründe recherchieren und entscheiden, ob sie die Informationen verwenden oder nicht.

Openleaks - Daniel Domscheit-Berg über Openleaks

Die Whistleblower entscheiden also bei OpenLeaks selbst, welcher Organisation sie am meisten vertrauen, während OpenLeaks keinen Zugriff auf die Inhalte haben soll. "Wir sind nur ein Technologie-Provider", sagte Domscheit-Berg. Die Whistleblower könnten außerdem auswählen, ob und wie lange dem Partner ihrer Wahl die Informationen exklusiv zur Verfügung stehen sollen. Wird die Exklusivität vom Whistleblower zeitlich begrenzt, stehen die Dokumente danach allen Partnern zur Verfügung.

Verpflichtungen aufseiten der Medienpartner gebe es keine, sagte Lotte Folke Kaarsholm, die als Redakteurin bei der dänischen Information für das Projekt zuständig ist. Falls der Test gut laufe, werde man sich eventuell bereit erklären, Teile der Serverkosten zu übernehmen.

Exklusive Absprachen zwischen der Plattform und einzelnen Medien, wie es sie bei einigen der Enthüllungen von Wikileaks gegeben hatte, werde OpenLeaks aber nicht treffen, sagte Domscheit-Berg. Wenn die Technik bereit sei, stehe sie jedem offen, seien es Medien, Menschenrechtsgruppen oder Nichtregierungsorganisationen.

Erschienen im Tagesspiegel .

Update: Inzwischen meldete die taz, dass ihre OpenLeaks-Seite nun online ist.