Deutschland kann bei der Entwicklung innovativer Technologien und wissenschaftlicher Forschung auf eine lange, stolze Tradition zurückblicken. Stets hat das Land Wissenschaftler und Universitäten hervorgebracht, die zur Weltspitze zählen. Innerhalb Deutschlands hat sich zuletzt Berlin mehr und mehr zur "digitalen Hauptstadt" entwickelt, für Wirtschaft und Wissenschaft. Gerade bei Themen wie Internetinnovationen oder Internet Policy gehören Berliner Forscher zu den auch international führenden Köpfen.

Google möchte zu diesem Prozess beitragen und in Deutschland – als wichtigem Zentrum von Technologie und Innovation – investieren. Im Februar dieses Jahres haben wir daher die Finanzierung eines neuen, unabhängigen Forschungsinstituts für Internet und Gesellschaft in Berlin bekannt gegeben. Vor drei Monaten stellten wir für dieses Projekt vier renommierte deutsche Institutionen als Partner vor: die Humboldt-Universität, die Universität der Künste, das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung sowie das Hamburger Hans-Bredow-Institut. Heute freuen wir uns, die offizielle Eröffnung des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft mit einem internationalen Symposium zu begehen, zu dem rund 250 Wissenschaftler aus der ganzen Welt nach Berlin kommen.

Alexander von Humboldt, der Namensgeber des Instituts, wurde von Charles Darwin einmal der "größte reisende Wissenschaftler, der jemals gelebt hat" genannt. Er ist als einer der Begründer der modernen Geografie, Vordenker der Aufklärung und als Forscher in die Geschichte eingegangen, dessen Reisen, Experimente und Wissen die westliche Wissenschaft im 19. Jahrhundert geprägt haben.

Wie würde Humboldt in der heutigen Zeit leben? Vermutlich würden seine Reisen völlig anders aussehen. Im vergangenen Jahrzehnt hat das Internet die Arbeit der Wissenschaft revolutioniert und sich bei fast jedem wissenschaftlichen Fortschritt als unverzichtbar erwiesen. Digitale Technologien verändern die Art, wie geforscht wird, auf grundlegende Weise. Und sie treiben den Fortschritt an, indem sie kluge Köpfe miteinander verbinden und allen den Zugang zu den gleichen Forschungs- und Finanzierungsmitteln ermöglichen. Dank des Internets verfügen Wissenschaftler heute über uneingeschränkten Zugang zu den aktuellsten Forschungsergebnissen. Und die Evaluierung durch Fachkollegen kann heute von einer globalen Wissenschaftsgemeinde durchgeführt werden.

So wurde das Internet zur zentralen Plattform für Zusammenarbeit, deren Möglichkeiten sich durch neue Funktionen und Dienste noch um ein Vielfaches erweitern werden.

Als Teil des Internets interessiert sich Google sehr für diese neuen Formen der Zusammenarbeit. Deshalb möchten wir die Interaktion zwischen Internet, Wissenschaft und Gesellschaft besser verstehen. Wir benötigen dazu die Hilfe von wissenschaftlichen Experten, die uns mit ihren Methoden und ihrem Wissen bei der Analyse und der Suche nach Lösungen unterstützen. Das neue Institut hat sich einem interdisziplinären Forschungsansatz verschrieben, der helfen soll, relevante und reale Fragen im Kontext von Internet und Gesellschaft zu beantworten.