Immer mehr Angestellte bloggen, twittern oder sind auf Facebook für ihr Unternehmen unterwegs. Entweder aus eigenem Antrieb, geduldet oder explizit dazu angehalten. Was in guten Zeiten als Zeichen des Engagements und der Kompetenz im digitalen Medienbereich gelobt wird, sorgt im Falle einer Kündigung nicht selten für Streit.

Wem gehören die oft mehrere Tausend Follower oder Freunde, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben? Und was sind sie wert? Ein Fall mit Signalwirkung, mit dem sich jetzt das Distriktgericht von Nordkalifornien auseinandersetzen muss.

An sich, so berichtet Noah Kravitz, ist er im Oktober 2010 in gutem Einvernehmen bei seinem Arbeitgeber, dem Web-Portal für Mobiltelefone und Smartphones Phonedog.com , ausgeschieden. Doch das gute Verhältnis trübte sich schnell ein, als er auf die Nachzahlung von seiner Meinung nach einbehaltenen Löhnen und Erträgen aus einer Partnerschaft klagte. Die Retourkutsche folgte auf den Fuß: Phonedog verklagte den Blogger aus Oakland auf 340.000 US-Dollar für 17.000 Follower, die Kravitz "mitgenommen" hatte, als er unter neuem Namen anfing zu tweeten.

Phonedog geht es um 17.000 Follower eines ehemaligen Angestellten

Er verbreitete Meldungen über sich, sein Leben, aber auch weiter über Phonedog. Das, so Kravitz gegenüber der New York Times , habe man so abgemacht, als er wegging. Doch jetzt soll er 2,50 Dollar pro Follower für den Zeitraum von acht Monaten nach seinem Ausscheiden zahlen. "Wir haben nur auf so einen Prozess gewartet", gesteht der Anwalt Henry J. Cittone, "das wird einen Präzedenzfall schaffen." Das größte Problem liegt darin, dass viele Unternehmen bis heute keine Richtlinien für den Social-Media-Einsatz haben.

Kravitz hatte in seiner aktiven Zeit hauptsächlich über Mobiltelefone für seinen Arbeitgeber gebloggt, gleichzeitig unter @phonedog_Noah aber auch ein Twitter-Konto geführt und rund 17.000 Follower angesammelt. Danach wurde das Konto, laut Kravitz mit dem Segen des Unternehmens, in @noahkravitz umbenannt.