Im Januar wird der zuständige Ausschuss des US-Repräsentantenhauses erneut über den Stop Online Piracy Act (SOPA) beraten und den Gesetzentwurf wahrscheinlich zur Abstimmung in den Kongress bringen. Dort fällt dann nicht weniger als die Entscheidung über die Zukunft des freien Internets. So sehen es jedenfalls die vielen Kritiker des Entwurfs, der vor allem die Urheberrechte der mächtigen US-Film- und Musikindustrie schützen soll.

SOPA würde es den Inhabern von Urheberrechten erlauben, über richterliche Anordnungen ausländische Websites aus dem Suchindex von Google und anderen Anbietern entfernen zu lassen – etwa, wenn die Rechteinhaber der Meinung sind, dass auf diesen Seiten Filme oder MP3-Dateien illegal zum Herunterladen angeboten werden. Firmen wie PayPal müssten ihre Finanzdienstleistungen für die Betreiber dieser Seiten beenden. Provider dürften den Namen der Websites nicht mehr auflösen – die Seiten wären dann nur noch für denjenigen erreichbar, der die genaue IP-Adresse kennt. SOPA ist damit ein Netzsperren-Gesetz, das zudem anfällig für Missbrauch wäre, wenn es denn verabschiedet wird.

Die ersten Beratungen über den Gesetzentwurf im Repräsentantenhaus mussten unterbrochen werden. Die Zeit haben andere genutzt, um in den Kampf gegen SOPA einzusteigen. Mit dabei sind unter anderem Anonymous, Sergey Brin von Google, Wikileaks – und Tausende besorgte Internetnutzer, die ihre eigenen Mittel haben, um gegen SOPA zu protestieren.

Eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse rund um SOPA seit dem 15. Dezember: http://storify.com/patrickbeuth/sopa-eine-chronik-1