Im Januar wird der zuständige Ausschuss des US-Repräsentantenhauses erneut über den Stop Online Piracy Act (SOPA) beraten und den Gesetzentwurf wahrscheinlich zur Abstimmung in den Kongress bringen. Dort fällt dann nicht weniger als die Entscheidung über die Zukunft des freien Internets. So sehen es jedenfalls die vielen Kritiker des Entwurfs, der vor allem die Urheberrechte der mächtigen US-Film- und Musikindustrie schützen soll.
SOPA würde es den Inhabern von Urheberrechten erlauben, über richterliche Anordnungen ausländische Websites aus dem Suchindex von Google und anderen Anbietern entfernen zu lassen – etwa, wenn die Rechteinhaber der Meinung sind, dass auf diesen Seiten Filme oder MP3-Dateien illegal zum Herunterladen angeboten werden. Firmen wie PayPal müssten ihre Finanzdienstleistungen für die Betreiber dieser Seiten beenden. Provider dürften den Namen der Websites nicht mehr auflösen – die Seiten wären dann nur noch für denjenigen erreichbar, der die genaue IP-Adresse kennt. SOPA ist damit ein Netzsperren-Gesetz, das zudem anfällig für Missbrauch wäre, wenn es denn verabschiedet wird.
Die ersten Beratungen über den Gesetzentwurf im Repräsentantenhaus mussten unterbrochen werden. Die Zeit haben andere genutzt, um in den Kampf gegen SOPA einzusteigen. Mit dabei sind unter anderem Anonymous, Sergey Brin von Google, Wikileaks – und Tausende besorgte Internetnutzer, die ihre eigenen Mittel haben, um gegen SOPA zu protestieren.
Eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse rund um SOPA seit dem 15. Dezember: http://storify.com/patrickbeuth/sopa-eine-chronik-1
Kommentare
k2
#1 — 10. Januar 2012, 9:15 UhrEFF haben auf unseren Sites einen Flyer dazu
https://www.eff.org/deeplink…
Daniel Jäger
#2 — 10. Januar 2012, 12:57 UhrGesetz vs Mehrheit
Selbst wenn das Gesetz verabschiedet wird, was wird denn wohl das schlimmste sein, was passiert?
Underground-Filesharing gab es schon, da haben die Menschen, die dieses Gesetz verabschieden wollen noch gar nicht gewusst, wie man sich ins Internet einwählt - und die glauben jetzt, mit einem neuen Gesetzesentwurf erreichen die wirklich, dass sich Millionen Filesharer und Streamer nicht einfach alternative Wege suchen?
bugme
#3 — 10. Januar 2012, 13:32 UhrGeld und Korruption
regiert die Welt, hier wie auch in den USA. Was Vorratsdatenspeicherung und SOPA wohl an schwarzen Köfferchen wohl so kosten?
Wenn man sich die Geschichte des Internets, insbesondere die des Filesharings anschaut, dann erkennt man, dass auf jeden externen repressiven Eingriff eine noch effizientere Lösung gefunden wurde. Zensur und Blockaden jedweder Art sind sinnlos, da es inherent als Fehler des Systems erkannt und umgangen wird.
herzlichst,
bugme