Microsoft hat im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona die "Consumer Preview" genannte Betaversion von Windows 8 veröffentlicht. Wer will, kann die Vorabversion ab sofort ausprobieren. Die Vorschauversion enthält bereits alle für Windows 8 geplanten Funktionen. Seit der im September 2011 veröffentlichten Vorschau für Entwickler sind noch mehr als 100.000 Codeänderungen eingeflossen. Größte Neuerung ist der Windows Store, Microsofts zentrale Anlaufstelle für Apps.

Über sein Technet bietet Microsoft auch die Betaversion von Windows Server 8 zum Download an . Das Programm kann allerdings nur nach vorheriger Registrierung heruntergeladen werden.

Microsoft wagt Neuanfang

Mit Windows 8 wagt Microsoft einen Neuanfang mit neuem User Interface und einer neuen API für Entwickler. Das Betriebssystem soll sowohl auf dem Desktop als auch auf mobilen Geräten, vom Notebook bis zum Tablet optimal laufen. Ausgelegt ist es demnach sowohl für die x86-Prozessoren mit einer 64-Bit-Architektur von Desktoprechnern als auch für ARM-Chips, die vor allem in mobilen Geräten verbaut werden.

Während aber auf x86-Systemen der klassische Desktop mit all seinen Anwendungen weiterhin genutzt werden kann, stehen unter Windows on ARM (WOA) nur ausgewählte Desktopanwendungen zur Verfügung: Windows Explorer, Internet Explorer und Microsoft Office. WOA werden zudem einige der Verwaltungsfunktionen fehlen, die in der x86/64-Version von Windows 8 enthalten sind.

Microsoft trennt sich zwar nicht vom klassischen Desktop und hat zudem viele Verbesserungen an lange unveränderten Standardprogrammen wie Explorer und dem Task-Manager vorgenommen. Künftig aber stehen Desktoprechner in der zweiten Reihe. In der ersten ist das neue User Interface "Metro", das auf Touchbedienung optimiert ist. Denn geht es nach Microsoft, wird bald kein Rechner mehr ohne Touchscreen verkauft. Dennoch werde sich "Metro" auch mit der Maus gut nutzen lassen, verteidigt Microsoft beispielsweise seinen neuen Startscreen gegen Kritik .

Neue und alte Hardware

Neue Hardware ist für Windows 8 nicht erforderlich, das Betriebssystem soll auf allen Rechnern laufen, die für Windows 7 zertifiziert sind. Windows 8 soll dabei sogar schneller starten und weniger Ressourcen benötigen als sein Vorgänger. Stromspartechniken, von denen einige allerdings nur mit neuer Hardware funktionieren, sollen bei Mobilgeräten für lange Akkulaufzeiten sorgen. Dazu gehört unter anderem "Connected Stanby": In diesem Modus soll das Gerät mit einer Akkuladung wochenlang auskommen und trotzdem dabei Daten aus dem Netz regelmäßig aktualisieren, sodass beim Aufklappen alle Informationen auf dem aktuellen Stand sind.

Darüber hinaus unterstützt Windows 8 neue Technik wie USB 3.0. Für Drucker gibt es einen neuen Klassentreiber, so dass die meisten Drucker ohne Installation von Treibern funktionieren sollen. Gleiches gilt für Sensoren und für UMTS-Modems .

Auch die Festplattenverwaltung wurde überarbeitet. Microsofts Storage-Virtualisierung soll mit der Funktion "Storage Spaces" bei vollen Festplatten helfen. Eine Neuinstallation von Windows 8 funktioniert außerdem fast auf Knopfdruck und in einem Bruchteil der Zeit , die für die Installation von Windows 7 oder Windows Vista benötigt wird.