Denn es gibt bislang gar keine belastbaren Zahlen. Noch fußen die Berechnungen von Greenpeace auf sehr unterschiedlichen und lückenhaften Quellen. Der Report sei unter anderem genau aus diesem Grund überhaupt entstanden, schreiben die Autoren. "Die Industrie scheut sich, selbst grundlegende Daten zu Menge und Quelle ihres steigenden Stromkonsums offenzulegen", heißt es im Bericht. Grundlage der Schätzungen von Greenpeace seien daher vor allem freiwillige Angaben der IT-Unternehmen und Medienberichte über kürzlich getätigte Investitionen in Infrastruktur wie Serverparks. Ansonsten wurde der Strommix aus Informationen der örtlichen Energieanbieter und Zahlen der US-Umweltbehörde sowie der Internationalen Energieagentur hochgerechnet.

Konzerne verweigern Zahlen

Die Untersuchung kann somit keine "umfassende Momentaufnahme sein, wie viel saubere Energie Unternehmen tatsächlich nutzen", wie die Organisation selbst schreibt. Allerdings hat Greenpeace alle genannten Unternehmen mit den geschätzten Werten konfrontiert. Apple und Amazon, die am schlechtesten abschnitten, haben die Richtigkeit der Daten bestritten. Allerdings seien sie nicht bereit gewesen, die wahren Fakten offenzulegen.

Damit hat sich seit der letzten Studie dieser Art nicht viel geändert. Schon im vergangenen Jahr untersuchte Greenpeace die Herkunft des Stroms für das Internet in der Studie " How dirty is your data? " . Schon damals weigerten sich die Konzerne, Zahlen herauszurücken.

Die Umweltschutzorganisation fordert alle Internetunternehmen auf, ihre Clouddienste mit Ökostrom zu versorgen. Zudem sollen die Firmen Zahlen zu Energieverbrauch und Kohlendioxid-Emissionen veröffentlichen. Unmöglich sei das nicht. Das zeige vor allem das Beispiel des Konzerns Akamai, der weltweit ein Netzwerk von mehr als 100.000 Servern in 75 Ländern betreibt. Das Unternehmen ist einer der Hauptakteure, wenn es darum geht Online-Inhalte zu verbreiten. Akamai legt seit 2009 seine Treibhausgasemissionen offen und berichtet regelmäßig über seine Investitionen in Energieeffizienz und Umweltschutz.