"Die diesjährige re:publica wird eine andere werden", schrieb Johnny Häusler dieser Tage in seinem Blog Spreeblick . Häusler ist neben Markus Beckedahl vom Blog netzpolitik.org einer der Gründer und Veranstalter der Konferenz re:publica , die seit 2007 jährlich in Berlin stattfindet. So auch in diesem Jahr. 4.000 Besucher werden von Mittwoch bis Freitag in der Station am Berliner Gleisdreieck erwartet. Auf insgesamt acht Bühnen treten rund 350 Redner aus über 30 Ländern auf.

Die re:publica ist nicht nur größer geworden, sie hat sich auch vom Status des ehemaligen Bloggertreffens gelöst. Spätestens seit der vergangenen Ausgabe gilt die Veranstaltung als eine der wichtigsten europäischen Konferenzen für Netzpolitik und Netzaktivismus.

Wie bereits in den vergangenen Jahren bietet auch das diesjährige Programm eine breite Mischung aus Technik-, Kultur- und Politikthemen. Unter dem Titel "Copyriots! Der Kampf der Kulturen" beispielsweise findet am Freitag (11 Uhr) ein Panel über die aktuelle Urheberrechts-Debatte statt. Bereits am Donnerstag (19 Uhr) diskutieren der Blogger Marcel Weiss und Tatort-Autor Knut Böser über die Vergütung von Urhebern. 51 Tatort-Drehbuchautoren hatten vor einigen Wochen einen offenen Brief verfasst.

Angesichts der netzpolitischen Auswirkungen von Urheberrechtsverstößen wird auch das umstrittene Acta-Abkommen diskutiert. In einem von drei Vorträgen spricht der amerikanische Journalist Glyn Moody über die Gefahren von Gesetzesentwürfen wie Acta und Sopa für ein freies Internet.

Der Software-Aktivist Jacob Appelbaum ( Tor -Projekt) gehört zu den bekannten Gästen aus dem Ausland. Er spricht unter anderem mit Frank Rieger vom Chaos Computer Club und der Forscherin Carolin Wiedemann über die Anonymous-Bewegung (Mittwoch 16 Uhr). Eben Moglen, Professor an der Columbia Universität , gibt am Mittwochvormittag die Keynote über Freiheit und Offenheit im Netz .

Zu den weiteren Themenschwerpunkten (den sogenannten Tracks) zählen Crowdfunding , Gesundheit im Web 2.0 , neue Bildungsformen sowie Innovationen und neue Technologien . Besondere Aufmerksamkeit bekommt der Track rE:Unite: Hier sollen in Kooperation mit der Bundeszentrale für Politische Bildung Wissenschaftler und Politik-Blogger zusammengebracht werden. Abseits der Vorträge wird unter anderem das Kunstprojekt Tweetscapes vorgestellt, das Twitter-Nachrichten in Musik verwandelt.

Eine Übersicht des kompletten Programms findet sich auf der re:publica-Website, eine Auswahl von "Geheimtipps" hat Veranstalter Markus Beckedahl aufgeschrieben.

Alle Veranstaltungen der Hauptbühne werden zudem in Kooperation mit Spiegel Online live gestreamt . Nachrichten auf Twitter lassen sich am besten über das Hashtag #rp12 verfolgen. Bilder und Mitschnitte der Vorträge und Diskussionsrunden gibt es zeitnah im Archiv .