In den vergangenen Tagen haben alle Nutzer von Facebook eine Mail-Adresse bekommen , die mit ihrem Facebook-Namen beginnt und mit der Domain facebook.com endet. Schon vor zwei Jahren hatte der Konzern begonnen, eigene Mail-Adressen anzubieten, bislang war die Nutzung jedoch freiwillig. Nun wurde sie für alle umgesetzt, und wie immer verpflichtend.

Wer in die Kontaktinformationen seines Profils schaut, sieht dort nun die neue Facebook-E-Mail-Adresse, egal, was der Nutzer ursprünglich eingetragen hatte. Das kann man praktisch finden, eigentlich ist es mindestens unhöflich.

Es führt nämlich dazu, dass jeder, der einem eine Nachricht zukommen lassen will, nur noch diese Facebook-Mail-Adresse sieht und sich dementsprechend an diese wendet. Wer so abgeschickte Botschaften lesen will, muss Facebook benutzen. Ist man in seinem Profil eingeloggt, werden diese Mails als neue Nachricht in der Nachrichtenbox angezeigt.

Wer sein Facebook-Profil dagegen nicht aktiv nutzt, erhält auch keinen Hinweis auf solche Mails. Denn man kann sich zwar über alle möglichen Dinge von Facebook eine "Benachrichtigung" an ein beliebiges Mail-Postfach schicken lassen – nicht aber darüber, dass eine Mail an die Adresse facebook.com eingetroffen ist.

Opt-in wäre nutzerfreundlicher

Aber das ist nur ein Aspekt. Interessant ist auch die Art, wie das Unternehmen solche Neuerungen kommuniziert und verbreitet: per Opt-out , wie das Verfahren auch genannt wird. Das bedeutet: Es ist zwar möglich, es abzulehnen, aber erst einmal bekommen es alle ungefragt. Wer es nicht will, muss aktiv werden. Für Werbung und Newsletter gilt Opt-out längst als unseriös und unfreundlich.

Nutzerfreundlicher wäre das sogenannte Opt-in: Ein Dienst wird angeboten, und wer ihn will, muss sich selbst kümmern. Das führt üblicherweise dazu, dass sehr viel weniger Menschen diesen Dienst nutzen als beim Opt-out.

Aus Sicht des Konzerns ist das Vorgehen daher nachvollziehbar. Sollen doch möglichst viele Kunden das firmeneigene Mail-Werkzeug nutzen und ihre Kommunikation darüber abwickeln. Das bringt zusätzliche Informationen über die Nutzer, lässt sie länger auf der Seite verweilen und erhöht damit letztlich den Gewinn des Unternehmens. Genau deswegen werden alle Erweiterungen des Netzwerks so ausgerollt.