Stefanie Waehlert, die Chefin der VZ-Netzwerke, nennt es einen "Befreiungsschlag": SchülerVZ , StudiVZ und MeinVZ sollen komplett umgebaut werden. Die Netzwerke firmieren künftig unter dem Namen Poolworks. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt.

Zentrales Element soll SchülerVZ werden, das künftig IdPool heißen wird. Das Portal werde künftig Funktionalitäten "rund um den Austausch von Jugendlichen zu ihren Interessen und Fähigkeiten" haben, heißt es von Seiten der VZ-Netzwerke. Perspektivisch solle es "über mehrere Stufen zu einem edukativen Angebot ausgebaut werden".

StudiVZ war früher Marktführer in Deutschland, wurde dann aber schnell von Facebook überholt. Seitdem sinken die Nutzerzahlen stetig und deutlich – obwohl SchülerVZ sowie MeinVZ geschaffen wurden, um die Zielgruppe auszuweiten. In direkter Konkurrenz zu Facebook sehen sich die VZ-Netzwerke aber spätestens seit 2010 nicht mehr. Das jedenfalls sagte der damalige Geschäftsführer Clemens Riedl dem Handelsblatt .

Für StudiVZ, den einstigen Star der Gruppe, und MeinVZ, das sich an Erwachsene nach Schule und Studium wendet, sollen zum Jahresende "neue Optionen" geprüft werden.

Techniksparte ausgegliedert

Derzeit haben die drei VZ-Netzwerke nach eigenen Angaben noch 16 Millionen Mitglieder. Im Februar allerdings besuchten laut Reichweitenmessung der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung nur noch knapp vier Millionen Nutzer die Seiten – ein Jahr zuvor waren es noch 10,8 Millionen.

Im Zuge des Umbaus entlässt VZ Netzwerke ein Drittel seiner Mitarbeiter: Die Zahl sank um 25 auf rund 50 Beschäftigte, wie VZ Netzwerke und Holtzbrinck Digital mitteilten.

Zudem gliederte Holtzbrinck Digital die Techniksparte in ein eigenes Unternehmen mit dem Namen Devbliss aus. Dort sind den Angaben zufolge sogar Neueinstellungen geplant. Die Firma soll unter anderem Medien mit ihrem Fachwissen zu sozialen Netzwerken unterstützen.

"Mit diesem Schritt schaffen wir die Möglichkeit, langjährig erworbenes Technologie- und Social-Media-Know-How der VZ-Netzwerke zu sichern beziehungsweise zu erweitern und eröffnen uns neue wichtige Spielräume", sagte Markus Schunk, Geschäftsführer von Holtzbrinck Digital.