Amandas Schicksal sorgt international für Bestürzung. Insbesondere in Kanada wurden viele Forderungen nach besserem Jugendschutz im Internet laut. Ironischerweise hatte die Regierung der Provinz British Columbia erst im Juni dieses Jahres eine Anti-Mobbing-Strategie vorgestellt, die helfen soll, "gefährdendes Verhalten von Kindern und Erwachsenen, egal ob online, in der Schule oder in der Öffentlichkeit" zu stoppen.

Dafür werden in den nächsten fünf Jahren 15.000 Trainer ausgebildet, die über Mobbing aufklären und den Opfern Beistand leisten sollen. Außerdem sind diverse Onlineangebote geplant, etwa eine Informationswebsite für Eltern und eine Meldeseite für Kinder.

Auch in Europa mehren sich Stimmen, die eine Strategie im Umgang mit Cybermobbing fordern. Europarlamentarier Alexander Alvaro (FDP) sprach sich für eine Ethik-Kommission aus, die aus Datenschützern, Psychologen und Netzaktivisten bestehen solle. Dem Focus sagte er, eine solche Kommission könnte Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Internet kontrollieren. Dabei gehe es vor allem darum, zu überwachen, ob Anbieter wie Google solche Verletzungen innerhalb von 24 Stunden aus dem Netz löschten.

Aber die kanadischen Initiativen zeigen, dass die Ursachen von Cybermobbing vor allem außerhalb des Internets gesucht und bekämpft werden müssen. Das bestätigt auch eine Studie der Universität Zürich, aus der hervorgeht, dass Cybermobbing meistens Menschen betrifft, die schon zuvor das Opfer von Mobbing waren. Assistenzprofessorin Sonja Perren sagt in einem Interview mit der Neuen Züricher Zeitung: "Das Problem beim Cybermobbing ist nicht im Cyber zu suchen, sondern beim Mobbing."