Der CFAA aber macht es problemlos möglich, jemanden zu einer langen Strafe zu verurteilen, auch wenn der Fall eher wie ein digitaler Streich wirkt. Eine Rechtsstudie des Anwaltes Reid Skibell aus dem Jahr 2003 beschreibt die Geschichte eines unüberlegt verabschiedeten und seit Jahren immer weiter verschlimmbesserten Gesetzes. Der Computer Fraud and Abuse Act wurde so oft verschärft, dass das Gesetz nun völlig überzogen sei. Es sei fehlgeleitet, überkriminalisiere die Taten und unterscheide nicht mehr "zwischen einem eher harmlosen Hausfriedensbruch und echten Verbrechen im Zusammenhang mit Computern".

Auernheimer ist nicht der einzige in den USA, der nach diesem Gesetz für eine Lappalie so hart bestraft wurde. Vor Kurzem erst gab es viel Aufmerksamkeit für den Fall von Aaron Swartz. Auch dessen Tat war eher harmlos, trotzdem sollte er dreißig Jahre ins Gefängnis. Er brachte sich wohl auch aus Verzweiflung darüber um.

Und erst vor wenigen Tagen wurde Matthew Keys angeklagt. Der frühere Social-Media-Redakteur der Agentur Reuters hatte dem Kollektiv Anonymous geholfen, Zugang zum System seines früheren Arbeitgebers zu bekommen. Ihm drohen nach dem CFAA 25 Jahre Haft.

Hacker, zumindest diejenigen, die sich als gute oder White-Hat-Hacker bezeichnen, wollen Dinge besser machen. Sie wollen Fehler suchen, damit diese behoben werden können. Die amerikanische Regierung jedoch will diesen feinen Unterschied nicht machen. Für sie, so scheint es, ist jeder Hacker böse.

Weev hat angekündigt, dass er kämpfen und nicht aufgeben wird. Dem Newsportal The Verge sagte er, dass er auf eine möglichst harte Strafe hofft, damit die Ungerechtigkeit des Ganzen sichtbar wird und andere dagegen protestieren. Wenn er frei ist, will er in die Politik gehen, schrieb er auf Reddit, um ungestraft Informationen veröffentlichen zu können. Noch kurz vor seinem Urteil twitterte er, dass er nicht zerbrechen werde.