John Nicol und Jeffrey Meyer bauen sich ein Flugzeug, eine kleine, zweisitzige Sportmaschine mit Propeller. Andere sollten das ebenfalls können, dachten sich die beiden: Die beiden Flugzeugkonstrukteure stellen ihre Pläne daher unter eine freie Lizenz.

Makerplane nennt sich die Gruppe um Nicol und Meyer, die beide aus der Luftfahrt kommen: Ihr Ziel ist es, ein Open-Source-Flugzeug zu entwerfen, das einfach und zu einem geringen Preis gebaut werden kann. Dabei sollen auch CNC-Maschinen und 3D-Drucker zum Einsatz kommen, sagt Projektleiter Nicol.

Rumpf und Tragflächen des Flugzeugs werden aus einem Verbundwerkstoff gebaut. Der besteht aus einem Schaum zwischen Lagen aus Epoxidharz und Glasfasergewebe – einem gleichzeitig stabilen und leichten Material. Um die Teile zu schneiden, braucht es CNC-Maschinen. Teile wie Gashebel oder Griffe sollen mit einem 3D-Drucker hergestellt werden.

Neben der Konstruktion wollen die Designer auch die Bordelektronik selbst bauen. Die nutzt konsequenterweise Open-Source-Hardware wie Raspberry Pi oder Arduino.

Für ein Flugzeugprojekt gelten gewisse Sicherheitsanforderungen: Nicht jeder Beliebige soll daher an den Plänen Änderungen vornehmen können. Meyer, ein erfahrener Flugzeugingenieur, wird die Qualitätssicherung übernehmen und Änderungsvorschläge an den Plänen überprüfen. Zudem müsse, so betonen die Entwickler, jedes einzelne Flugzeug von der Luftfahrtbehörde abgenommen werden, auch wenn die Pläne generell als sicher gelten.

Crowdfunding

Meyer und Nicol sammeln derzeit Geld für Ihre Idee. Sie haben im Internet dazu aufgerufen, das Projekt zu unterstützen: Die beiden haben eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Indiegogo eingerichtet, über die sie 75.000 Dollar sammeln wollen. Die Kampagne läuft noch bis zum 21. September 2013.

Das Geld wollen die Konstrukteure dafür verwenden, zunächst einen nicht flugfähigen Prototyp zu bauen. Der soll zeigen, ob ihr Design praktikabel und ob die Konstruktion stabil genug ist. Auf der Basis der Tests will die Gruppe anschließend ein zweites Flugzeug bauen, das dann auch fliegen soll. Ist es erfolgreich, werden die Pläne dafür im Internet veröffentlicht.

Der flugunfähige Prototyp ist bereits im Bau und soll in einem Jahr fertig sein. Die beiden Konstrukteure wollen ihn im Juli 2014 auf der Luftfahrtmesse Airventure in Oshkosh im US-Bundesstaat Wisconsin vorstellen. Zur Airventure 2015 wollen sie dann das nächste, das richtige Flugzeug vorführen und es im Flug präsentieren.

Erschienen bei golem.de