Die Deutsche Telekom will in den kommenden Jahren Milliarden in den Breitbandausbau investieren. Das kündigte Konzernchef René Obermann in Berlin an. In diesem Jahr will die Telekom demnach 3,4 Milliarden Euro für neue Glasfaserleitungen ausgeben, in den kommenden zwei Jahren sollen es jeweils mehr als 4 Milliarden Euro sein.

Ziel sei es, die Versorgung mit Glasfaserleitungen zu verdoppeln. Im vergangenen Jahr hätten 12 Millionen Haushalte und Gewerbe in Deutschland Zugang zum Glasfaser-Netz gehabt, bis zum Jahr 2016 sollen es 24 Millionen sein. Das Unternehmen will dazu in den kommenden Jahren 10.000 Kilometer Glasfaserkabel verlegen. 

"Ohne Qualitätsführerschaft haben wir keine Zukunft", sagte Konzernchef René Obermann bei der Vorstellung der Pläne. "Die Datenautobahn von heute ist, wenn man nichts tut, schon morgen ein Feldweg." Diese Aussage ist insofern erstaunlich, da die Telekom eben noch selbst einen solchen Feldweg bauen wollte. Vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen verkündet, es werde die Datenflatrates seiner Kunden ab 2016 drosseln, sollten die zu viel aus dem Netz herunterladen.

Die Pläne sorgten für ziemliche Entrüstung und trugen der Telekom den Namen Drosselkom ein. Statt die Infrastruktur auszubauen und sich auf die immer weiter steigenden Downloadraten der Zukunft vorzubereiten, so der Vorwurf der Kritiker, versuche die Telekom das Gegenteil und drossele den Bedarf. Das Unternehmen hingegen argumentierte bisher, der Ausbau sei zu teuer. 

Was zu dem Gesinnungswandel geführt hat und ob es überhaupt einer ist, wurde nicht klar. Auf Nachfrage sagte Obermann zumindest, es werde nach wie vor auch "echte" Flatrates geben. Man könne jetzt allerdings noch nicht über Preise des Jahres 2016 sprechen.