Wer die Android-Version installiert, sieht die weitreichenden Berechtigungen, die WhatsApp fordert: Zugriff auf andere Apps, Speicher, Kamera, Mikrofon, Standortdaten. All das ist für Sprachnachrichten oder den Versand von Fotos teilweise notwendig, aber eben nur teilweise.

Theoretisch könnte WhatsApp sogar die Nachrichten seiner Nutzer analysieren. Der Versand erfolgt nach Angaben von WhatsApp zwar verschlüsselt, aber nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt wie es andere Apps wie Threema oder surespot anbieten. WhatsApp selbst hat die Schlüssel. An der Datenanalyse sind die WhatsApp-Gründer nach eigenen Angaben nicht interessiert: "Unser Modell basiert ja eben nicht darauf, möglichst viel über unsere Nutzer zu wissen und Daten zu sammeln. Wir kennen nur seine Telefonnummer. Aber wir speichern die Nachrichten nicht", sagt Koum. Man kenne weder die Namen der Nutzer noch ihr Alter, ihr Geschlecht oder ihre Adresse. Man wisse nicht, wie sie ihr Geld ausgeben, wo sie wohnen oder was sie essen. "Das interessiert uns auch alles nicht. Wir wollen so wenig wissen wie möglich", sagt der Firmenchef.

Facebook wird WhatsApp mit seiner Plattform verbinden wollen

Facebook muss jetzt entscheiden, ob das so bleiben wird. Es muss früher oder später einen Weg finden, WhatsApp mit der eigenen großen Facebook-Plattform zu verzahnen, ohne die Nutzer abzuschrecken. Was beiden Communitys gemein ist: Die Nutzer interessieren sich bislang kaum für Sicherheitsfragen und den Verbleib ihrer Daten.          

WhatsApp ist werbefrei und soll es bleiben. Das sagen derzeit beide Seiten. Manche sagen, das werde sich ändern. Aber Anzeigen innerhalb von WhatsApp widersprechen dem Grundprinzip der WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton. Es lautet "No ads, no games, no gimmicks" – keine Anzeigen, keine Spiele, keine Spielereien.

Die beiden wissen: Wenn ihre App anfängt zu nerven, suchen sich die Nutzer  eine Alternative. Deshalb schreiben sie in ihrem Blog: "Here’s what will change for you, our users: nothing." 

WhatsApp soll also bleiben, wie es ist. Die Frage ist, wie lange das möglich ist Und: Sieht das der neue Besitzer Facebook auch so?