Die Embed-Bilder dürfen also mitnichten "kostenlos" verwendet werden. Nach dem von Google und Facebook bekannten Schema wird mit Daten statt mit Geld bezahlt. Die Daten liefern die Seitenbetreiber, wenn sie Bilder einbinden, sowie die Besucher wenn sie sich ein Bild anschauen.

Das Angebot von Getty könnte also für Menschen interessant sein, die es seit Jahren gewohnt sind, mit Daten für Internetangebote zu bezahlen und mit den Risiken des Systems leben können – also an Social-Media-Nutzer oder die jungen Betreiber schicker Tumblr-Blogs.

Darauf weist auch die Tatsache hin, dass man Embed-Bilder ohne Registrierung verwenden kann. Das kommt den pseudonymisierten Tumblr-Betreibern entgegen. Welche Bilder diese junge Zielgruppe postet, könnte wiederum für Werbetreibende interessant sein - und auch für Redaktionen, die mit den Daten zum Beispiel ihren Lifestyle-Content optimieren könnten.

Positive Berichterstattung ist dem Unternehmen jedenfalls sicher. Zuvor war Getty den Blogbetreibern vor allem wegen des dubiosen Vorgehens gegen Urheberrechtsverletzer bekannt. Oder weil Getty selbst Urheberrechtsverletzungen beging: Erst vor einigen Monaten gewann ein haitianischer Fotograf ein Gerichtsverfahren gegen Getty und Agence France Press und bekam eine Millionenentschädigung zugesprochen. Die Agenturen hatten ohne Erlaubnis seine Bilder von der Erdbebenkatastrophe übernommen.