Beim Einkaufen mit dem Smartphone oder Tablet kann es vorkommen, dass der Kunde mehr zahlt, als wenn er das gleiche Produkt am stationären Computer bestellt. Das hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Stichproben ermittelt.

Laut Bundesverband des Deutschen Versandhandels kaufen bereits 40 Prozent der Kunden in Deutschland mit dem Smartphone ein. Allerdings sind viele Onlinehändler darauf offenbar nicht eingestellt.

Die Verbraucherschützer bemängeln, dass sich Onlineshops oftmals nicht vernünftig mit Touchscreen-Geräten benutzen lassen. Besonders auf Geräten mit kleineren Displays war es entweder äußerst schwer oder sogar unmöglich, Produkte überhaupt auszuwählen, um diese in den Warenkorb zu legen und somit bestellen zu können.

Viele Händler bieten zwar angepasste Webseiten für Tablets und Smartphones. Kunden werden dennoch auf die normalen Seiten umgeleitet, auf denen die Bestellung mit entsprechenden Schwierigkeiten verbunden ist.

Neben diesen prinzipiellen Unzulänglichkeiten bemerkten die Tester, dass so manches Angebot per Mobilgerät einfach nicht bestellbar war. So gab es die Angebote von Pearl und Hornbach generell nicht auf dem Smartphone oder Tablet. Bei der Baumarktkette Hornbach lief gerade eine "Raus-damit-Aktion" mit über 100 erheblich reduzierten Artikeln, die auf der Mobilseite nicht zu finden waren. Auch die Hornbach-Hotline konnte hier nicht weiterhelfen.

Unterschied von 200 Euro

In vielen Onlineshops mussten Kunden mehr bezahlen, wenn sie die Produkte auf dem Smartphone oder Tablet bestellt hatten. Ein Kauf per PC hätte dagegen Geld gespart. Diesen Vergleich werden aber die wenigsten Kunden machen. So verlangte Notebooksbilliger.de von Smartphone- und Tablet-Nutzern für ein Ultrabook 900 Euro, während es auf dem PC nur 700 Euro kostete. 

Ähnliches passierte in den Onlineshops von Capellishop, Comtech, Cyberport, Dewall-Design, Otto, Technikdirekt, Trendaffe und Uhrzeit.org. So kostete ein 47-Zoll-TV bei Comtech auf der mobilen Webseite 1.150 Euro, während auf dem PC nur 1.000 Euro zu bezahlen waren. Im Capellishop gab es eine Wintermütze statt für vier Euro auf der Mobilseite für zehn Euro.

Die Verbraucherschützer kritisieren, dass diese unterschiedliche Preisgestaltung zwischen PC und Smartphone nicht verboten ist. Daher sollten Kunden vor dem Kauf per Smartphone oder Tablet schauen, ob das Produkt im Onlineshop günstiger ist, wenn es vom PC aus bestellt wird. Wer den Fehler erst nach dem Kauf bemerkt, hat in der Regel die Möglichkeit, den Kauf bis 14 Tage nach Erhalt der Ware zu widerrufen und sein Geld zurückzubekommen.  

Preise ändern sich während der Bestellung

Unklar ist, ob der Onlinehandel dies bewusst macht oder ob technische Probleme der Grund sind. Nach Auffassung der Verbraucherschützer sollte der Onlinehandel ein Interesse daran haben, dass Bestellungen per Smartphone oder Tablet nicht teurer werden. Es besteht ansonsten die Gefahr, dass die Kunden das Vertrauen verlieren und nicht mehr per Smartphone oder Tablet einkaufen. 

Im Zuge der Recherche der Verbraucherschützer kam es auch vor, dass ein Produkt während des Bestellvorgangs teurer wurde. So bot der Otto-Shop in der iPad-App eine Sony-Kamera für 150 Euro an. Als die Kamera im Warenkorb landete, hatte sich der Preis auf 170 Euro erhöht. Der Grund dafür blieb unklar. Auch bei Amazon, Conrad, eBay und Media Markt änderten sich die Preise während des Bestellvorgangs.

Erschienen auf golem.de