Die britische Regierung hat zugegeben, dass ihr Abhördienst GCHQ im großen Umfang Internetaktivitäten wie etwa Google-Suchen oder die Facebook-Nutzung britischer Bürger überwacht. Diese Handlungen würden als "externe Kommunikation" angesehen, weil die Server der Firmen außerhalb Großbritanniens stünden, heißt es in einem Statement des Leiters des beim Innenministerium angesiedelten Büros für Sicherheit und Terrorismusabwehr (OSCT), Charles Farr.

Farr hatte sich als Zeuge in einem Prozess gegen die Bürgerrechtsorganisation Privacy International geäußert. Die veröffentlichte den Text.

Laut Privacy International ist es das erste Mal überhaupt, dass die britische Regierung zu rechtlichen Fragen bezüglich ihrer Abhörmethoden Stellung nahm.

Die Aktionen des Geheimdienstes GCHQ hatten international Empörung ausgelöst. Denn der US-Whistleblower und frühere Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA, Edward Snowden, machte mithilfe mehrerer Medien öffentlich, dass die Spionagedienste weltweit Kommunikation überwachen, teils mithören und -lesen. Die NSA überwachte sogar ein Handy der Bundeskanzlerin, der Generalbundesanwalt in Karlsruhe ermittelt deshalb.

In der Stellungnahme Farrs hieß es, bei Weitem nicht alles, was seine Behörde beim Anzapfen von Leitungen erhalte, läsen die Mitarbeiter auch mit. Hierfür sei eine weitergehende Erlaubnis nötig. 

Für die Organisation Privacy International ist das Eingeständnis dennoch der Beweis für das Umgehen von Gesetzen. Das britische Volk werde bevormundet, kritisierten die Datenschützer.

Im Juni 2013 hatten der britische Guardian und die amerikanische Washington Post begonnen, geheime Dokumente zu veröffentlichen, die sie von Snowden bekommen hatten. Snowden selbst wurde dafür in den USA der Spionage angeklagt und floh nach Russland ins Exil. Der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages bemüht sich derzeit um eine Befragung Snowdens und des Generalbundesanwalts.