Im Streit über ein zurückgezogenes Auto-Angebot auf der Auktionsplattform Ebay hat der Bundesgerichtshof (BGH) dem Bieter recht gegeben (Az.: VIII ZR 42/14). Dieser hat damit Anspruch auf Schadensersatz gegen den Verkäufer wegen der abgebrochenen Versteigerung.

Der Besitzer eines VW Passat hatte seinen Wagen während der schon laufenden Auktion plötzlich nicht mehr versteigern wollen. Er hatte für das Fahrzeug ein Mindestgebot von einem Euro festgesetzt. Einige Stunden später verkaufte er das Auto aber anderweitig für 4.200 Euro und zog sein Internet-Angebot daraufhin zurück. Zu dem Zeitpunkt hatte jemand bei der Versteigerung bereits einen Euro auf den Pkw geboten – das bis dahin höchste Gebot.

Der Bieter wollte jetzt Schadensersatz in Höhe des Wertes des Wagens, der auf 5.250 Euro beziffert wird. Das Thüringer Oberlandesgericht in Jena hatte ihm recht gegeben: Er habe den Wagen wirksam für einen Euro erworben, hieß es. Dieses Urteil bestätigte der BGH nun zunächst ohne Angaben von Gründen. 

Zur Begründung hatte es in früherer Instanz geheißen, dass zwischen den Parteien ein wirksamer Kaufvertrag zustande gekommen sei. Der Start der Auktion stelle ein Angebot dar, das der Kläger durch sein Gebot angenommen habe. Der Vertrag sei insbesondere nicht wegen eines Missverhältnisses zwischen dem Kaufpreis und dem Wert des Fahrzeugs nichtig. Es sei gerade typisch für Ebay-Versteigerungen, dass beide Seiten die Chance hätten, ein Schnäppchen zu machen.