Wer im Beam Store des US-Unternehmens Suitable Technologies in Palo Alto einen Telepräsenzroboter kaufen will, wird folgerichtig auch von einem Roboter bedient: Statt menschlichem Verkaufspersonal wuseln Roboter durch das Geschäft. Bedient würden sie von den Angestellten, die zu Hause säßen, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum.

Beam heißen die Telepräsenzroboter, die es den Mitarbeitern ermöglichen, in Palo Alto Kunden zu bedienen, obwohl sie selbst gerade in Kalifornien, in New York oder auf Hawaii sind. Der Roboter ist etwa brusthoch. Er besteht aus einem Chassis, das auf Rädern fährt, sowie einem Bildschirm, auf dem das Gesicht des Verkäufers erscheint. Dieser steuert den Roboter von seinem Computer aus. So kann er diesen durch das Geschäft fahren und mit Kunden oder Kollegen kommunizieren.

Für den Tratsch unter Kollegen fahren sie gern vor die Tür – drinnen sei es so eng, sagte eine Mitarbeitern dem IEEE Spectrum. Der Roboter verfügt über eine Kamera, so dass der Nutzer sein Gegenüber sieht. Mikrofone und Lautsprecher übertragen Ton in beide Richtungen. Die Daten werden per WLAN oder Mobilfunk übertragen.

20.000 US-Dollar kostet der Beam Pro. Eine Endkundenvariante des Roboters soll in Kürze auf den Markt kommen. Der Beam+ soll rund 2.000 US-Dollar kosten. Beam ist die kommerzielle Version des Texai Robot, den das US-Robotikunternehmen Willow Garage entwickelt und 2010 vorgestellt hat.

Keine Angst vorm Roboterklau

Texai war ein Nebenprodukt des Personal Robot 2 (PR2), des anderen Roboters von Willow Garage. Das Unternehmen war im vergangenen Jahr in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Gründer Scott Hassan, einer der Entwickler von Googles Suchmaschine, konzentrierte sich deshalb auf Suitable Technologies, um den Telepräsenzroboter Beam zu vermarkten.

Das Geschäft ist in erster Linie als Ausstellungsraum gedacht. Kunden könnten dort die Roboter testen, indem sie mit den Verkäufern sprechen oder selbst einen Roboter durch das Büro von Suitable Technologies in Kansas City steuern. In Palo Alto selbst gibt es kein menschliches Personal. Das Geschäft wird morgens automatisch geöffnet und abends ebenso wieder geschlossen.

Angst, dass einer der Roboter geklaut werde, hätten sie nicht, sagte ein Mitarbeiter, der in New York sitzt, dem Magazin. Zum einen wiege ein Beam über 40 Kilogramm, was es nicht gerade einfach mache, ihn mitzunehmen. Zum anderen sei der Roboter dann immer noch unter seiner Kontrolle. Er könne den Dieb also auffordern, den Roboter wieder zurückzubringen - oder die Polizei rufen.