Google baut seine Unternehmensstruktur radikal um und wird Teil einer neuen Holding. Als neuer Mutterkonzern werde eine neue Gesellschaft mit dem Namen Alphabet gegründet, teilte Chef und Mitgründer Larry Page in einem Blogpost mit.

"Unserem Unternehmen geht es gut, aber wir glauben, es könnte noch übersichtlicher und nachvollziehbarer werden", schreibt Page. Mittlerweile gehörten zu Google viele Unternehmenssparten, die eigentlich nicht mehr viel mit der Suchmaschine zu tun hätten.

Als Beispiel nennt er unter anderem Calico, das im Bereich lebensverlängernder Maßnahmen forscht. Die neue Struktur würde erlauben, diese Unternehmen einfacher zu leiten. Auch der Drohnenhersteller Wing wird künftig direkt unter der Holding stehen, ebenso das Forschungslabor X Lab, in dem beispielsweise an sich selbst steuernden Autos geforscht wird. Auch Google selbst würde dadurch wieder schlanker werden. Alle Google-Aktien werden laut Page in die gleiche Zahl von Alphabet-Aktien umgewandelt.

Page selbst wird neuer CEO von Alphabet, Google-Mitbegründer Sergey Brin Präsident des Unternehmens. Seinen CEO-Posten bei Google wird Page an Sundar Pichai abgeben. Dieser war bisher unter anderem für Apps zuständig. Die einzelnen Unternehmen würden unabhängig voneinander geführt. "Unser Modell beinhaltet einen starken CEO, den Sergey und ich unterstützen, wenn es nötig ist", schreibt Page.

Der Name sei wegen seiner Bedeutung als "eine Sammlung von Buchstaben, die Sprache ausmachen" gewählt worden. Das Alphabet sei eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit und zudem der Kern der Schlagworterstellung bei Googles Suchmaschine. Page wies außerdem darauf hin, dass alpha-bet im Englischen auch "Wette auf Alpha" bedeuten könnte, ein Maß für eine Rendite, die höher ausfällt als ein Vergleichswert.

Investoren begrüßen Umstrukturierung

Für die US-Börse und auch die Internetwelt kam die Nachricht vollkommen überraschend. Investoren begrüßten den Schritt. Die Aktie legte zwischenzeitlich um sieben Prozent zu. Mit der Umstrukturierung reagiert der Konzern offenbar auf Befürchtungen, der Internetriese Google könnte seinen Zenit überschritten haben. Nach einem Allzeithoch Anfang 2014 verlor die Google-Aktie deutlich an Wert.

Analysten lobten die Maßnahme. Der Umbau könne Investoren ein klareres Bild über Googles Ausgaben für neue Unternehmungen verschaffen, sagte beispielsweise der Investmentanalyst Colin Gillis von BGC Partners. In der aktuellen Führungsstruktur dürfte sich kaum etwas ändern, da beispielsweise Pichai schon viele von Googles Kerngeschäften betreue.