Das Jahr 2015 markiert für Microsoft einen gewaltigen Umbruch. Seine Umsatzmaschine Windows verschenkt der Konzern aus Redmond künftig – um auf anderem Weg daran zu verdienen. Für direkte Einnahmen muss das zweite Massenprodukt sorgen: Microsofts Büro-Software.
Für Nutzer hält das Programm, das seit Dienstag für Windows-Geräte verfügbar ist (für Apples Macs bereits seit Juli), auf den ersten Blick wenig Neues bereit. Microsoft hat aber an einigen Schrauben gedreht. Was Sie jetzt wissen müssen, und wer das neue Office tatsächlich braucht:
Was kann Office 2016?
Was man mit einer Büro-Software eben können sollte: Texte verfassen, Excel-Tabellen erstellen zum Beispiel. Enthalten sind traditionsgemäß zum Beispiel Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Access und OneNote.
Und was ist wirklich neu?
Auf den ersten Blick wenig. Office 2016 setzt auf eine engere Vernetzung der Nutzer in der Cloud und drängt dazu, sein Dokument im Onlinespeicher OneDrive zu speichern.
Die Office-Programme können über verschiedene Plattformen – vom PC bis zum Smartphone – hinweg verwendet werden. Das gleichzeitige Bearbeiten der Dokumente durch mehrere Nutzer ist ebenfalls möglich. Office 2016 erscheint zudem in speziellen, für den Touchscreen optimierten Mobil-Versionen.
Der Vertraulichkeitsschutz für sensible Informationen in Dokumenten (Data Loss Prevention, DLP) ist künftig auch für Word, Excel und PowerPoint verfügbar.
Mit dem Assistenten kehrt eine Funktion zurück, die an die Büroklammer Clippy erinnert und die wohl niemand ernsthaft vermisst hat. Wer in das Suchfeld in der Kopfleiste eine Anfrage wie "Tabelle hinzufügen" eingibt, bekommt eine mehr oder weniger hilfreiche Anleitung – oder wird gleich zur Funktion geführt.
Sonst macht das neue Office die Arbeit an einigen Stellen einfacher, ohne große Sprünge zu wagen. Excel hat ein paar neue Analysemethoden drauf. Outlook kann jetzt direkt Dateien aus OneDrive anhängen.
Daneben gibt's ein bisschen Kosmetik, neue Themes färben Office wahlweise dunkler oder bunter. Der Ribbon-Look bleibt bestehen.
Wirklich groß ist der Schritt gegenüber dem im Januar 2013 erschienen Office 2013 nicht. Und auch die Cloud-Fokussierung ist spätestens seit der Einführung der Abo-Software Office 365 bekannt, die Web-Anwendung und Office-Software verbindet.
Kommentare
Allein dieser eine Satz ist ausreichend um einen ganz großen Bogen um das Produkt zu machen: "Office 2016 setzt auf eine engere Vernetzung der Nutzer in der Cloud und drängt dazu, sein Dokument im Onlinespeicher OneDrive zu speichern". Es gibt ganz wundervolle Alternativen die kostenfrei und nicht an einen Hersteller oder ein Betriebssystem gebunden sind sind.
Einfach mal nach LibreOffice oder OpenOffice schauen.
Was die Cloud angeht, stimme ich zu. Ist aber eher ne Frage von Selbstverständnis, Geschmack und Bedarf, dementsprechend sieht es bekanntlich nicht jeder so eng, um nicht zu sagen, dass manch einer drauf angewiesen ist. Vor allem muss man deshalb nicht gleich so tun, als würde Office an sich quasi in der Cloud verschwinden, so weit sind wir ja noch nicht (kommt aber). Was ich nur herzlich überflüssig finde, sind diese komplett vorhersehbaren und bald schon penetranten Unkenrufe nach "kostenfreien" Alternativen (zumal sie i. A. mehr sind als das, nämlich: frei!) wann immer Microsoft genannt wurde, in dem Fall nun also Libre/OpenOffice. Sie sollten sich lieber zurückhalten, denn wenn das alles ist, was "kostenfrei" an Alternative zu haben ist, bleibt ein weiter Weg zu gehen. Und *das* schreibe ich, selbst Fan von Open Source und mit riesem Respekt vor beiden Office-Varianten - die toll sind! - es ist nur so: der Vergleich hinkt. Und zwar gewaltig. Freilich es sei denn, alle paar Wochen ein Briefchen abtippen ist mehr oder minder alles, was Sie damit vorhaben, nur in dem Fall tut's im Prinzip auch'n Editor. Ansonsten war, ist und bleibt MS Office ein hochprofessionelles Produkt, das enorm viel kann, aber logischerweise auch ne Menge Heu kostet. Libre/Open hingegen ist eine *verdammt* gute (und freie!) Annäherung. Aber mehr auch nicht. Bei aller Liebe.
Nein, danke. Für das bißchen Windows reicht mir mein gutes, altes Office 2000; 99 Prozent der Arbeit werden unter Linux erledigt; da ist Libre Office mehr als genug. Und wichtige Dokumente liegen auf einem NAS. Firefox und Thunderbird laufen nur auf einem während dieser Zeit nicht mit dem LAN verbundenen Rechner, auf dessen externer USB-Festplatte Downloads gespeichert werden, die bei Bedarf offline zur Verfügung stehen. Wer weiß schon, ob's was nützt, aber ein bißchen "Glauben" gehört halt dazu ;-)
Entfernt. Bitte argumentieren Sie sach- und nicht personenbezogen. Danke, die Redaktion/dm
"Lohnt sich der Umstieg auf Office 2016?"
Fuer Microsoft: Ja
Fuer alle anderen: Aehmm, wir haben gerade 2015.
Da steht 2016 schon drauf, was glauben sie wann die Software so arbeitet wie sie soll, also nicht alpha oder beta Niveau?
Sofern ich mich nich irre hat Microsoft die Office Versionen stets nach dem Folgejahr benannt.
Allerdings: Fuer die seltenen Faelle wo ich Office nutze reicht Office 2007, aber so gut wie alles ist absolut officefrei.
Das Microsoft es auch nicht gebacken bekommt verschiedene schreibweisen in Excel zu unterstuezen ist dann noch das Sahnehaeubchen...
Man versuche mal ein englisches Datenset mit Dezimalpunkten zu verarbeiten, es geht nicht - lustigerweise habe Libre Office damit keine Probleme...
(Oder man setzt gleich auf R)
Was das Drängen zur Speicherung in der Cloud angeht, hätte ich da folgende Anmerkung:
https://www.youbetrayedus...
Da arbeitet ein ganzes Sammelsuriium an US-Firmen daran, sich eine gesetzliche "Du kommst aus dem Gefängnis frei"-Karte zu besorgen. In trautem Einvernehmen mit Regierung und Geheimdiensten, natürlich.
Ich würde ja als Unternehmer von meinen Mitarbeitern nichts in der Cloud abspeichern lassen wollen. Egal, wer mich dazu drängt.
nicht nur das abspeichern (was man ja als 'explizite' datenuebertragung verstehen koennte. Lt den AGB darf MS unverschluesselt beliebige teile eines jeden Dokuments incl Kontext uebertragen. AGB lesen lohnt sich :)