Software-Hacks, die massive Schäden an der Hardware anrichten, waren bisher extrem selten. Etwa der im Jahr 2010 entdeckte Wurm Stuxnet, der Zentrifugen in iranischen Nuklearanlagen beschädigte, und eine Spear-Phishing-Attacke auf eine deutsche Stahlfirma, in deren Folge ein Hochofen stark beschädigt wurde. Aber solche Angriffe zielten bisher nicht direkt auf die Hardware handelsüblicher Computer ab. Die direkte Zerstörung von Prozessoren macht Magic einzigartig.

Das Forschungsprojekt der New Yorker zeigt, dass manipulierte Software weitgehend unbemerkt auch beim Endnutzer großen Schaden anrichten kann. Und solche Hardwareattacken werden in Zukunft sogar wahrscheinlicher.

"Mit der fortschreitenden Miniaturisierung integrierter Schaltkreise wird es immer einfacher, mit spezieller Software die Hardware lahmzulegen", sagt Kanuparthi. "Je kleiner die Transistoren, desto anfälliger werden sie für stressbedingte Alterungserscheinungen. Zwar gibt es eine Reihe von Mechanismen, um den Transistoren eine Erholungsphase zu erlauben, aber bisher hat Magic die alle umgangen." 

Die gute Nachricht: Es gibt auch ein Antidot

Und die NBTI-Alterung sei nur einer von vielen möglichen Ansatzpunkten um Transistoren zu belasten. Es bleibe also viel Raum zur Optimierung.

Man könne eine solche Attacke aber erkennen und dann ein invertiertes Aktivitätsmuster in den Prozessor schicken. "Damit lässt sich ein gestresster Prozessor um bis zu 90 % regenerieren", sagt Kanuparthi. Es gibt also auch für Prozessoren so etwas wie ein Katerfrühstück.