Der Internetkonzern Yahoo verkauft sein Kerngeschäft an das US-Telekomunternehmen Verizon, das dafür 4,8 Milliarden Dollar zahlt. Nach Angaben von Verizon-Chef Lowell McAdam werde Yahoo mit der Konzerntochter AOL zusammengelegt. McAdam verspricht sich so ein "führendes weltweites Unternehmen für mobile Medien", das vor allem im Bereich der Onlinewerbung mit Google und Facebook konkurrieren kann.

Der Verkauf markiert das Ende der Unabhängigkeit für eine der bekanntesten Firmen in der Internetwirtschaft. Yahoo war vor mehr als 20 Jahren als Verzeichnis von Webseiten gegründet worden. Im Jahr 2000 hatte es einen Börsenwert von 100 Milliarden Dollar.

Das Unternehmen steckt jedoch inzwischen seit Jahren in der Krise. Das Problem des einstigen Web-Pioniers: Zwar nutzen Hunderte Millionen Menschen Dienste des Konzerns wie etwa E-Mail. Yahoo tat sich jedoch schon seit Jahren sehr schwer, diese Nutzung in Einnahmen umzumünzen. Das Geld wird vor allem mit Onlinewerbung gemacht – ein Geschäft, in dem Yahoo zunehmend von Google und Facebook abgehängt wurde. 

Mehrere Chefs versuchten erfolglos, Yahoo wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Zuletzt hatte die ehemalige Google-Managerin Marissa Mayer vier Jahre Zeit dazu. Sie setzte auf einen Ausbau des Medienangebots, investierte massiv in die Websuche und kaufte die Blogplattform Tumblr für rund eine Milliarde Dollar, um so auch wieder junge Nutzer anzulocken. Doch auch damit feierte sie keine Erfolge, die Einnahmen von Yahoo fielen allein im vergangenen Quartal um rund ein Fünftel.

Im Dezember entschied das Unternehmen unter dem Druck der Aktionäre, sein schwächelndes Kerngeschäft mit Suchmaschine und Onlinewerbung auszulagern und einen Investor dafür zu suchen. Verizon galt bereits seit Längerem als Favorit. Daneben besitzt Yahoo noch einen milliardenschweren Anteil an der chinesischen Onlineplattform Alibaba. Zusammen mit Yahoo Japan sollen diese beiden Unternehmen in der alten Yahoo-Gesellschaft verbleiben.