Die Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Datingdiensts Lovoo wegen Betrugs sind gegen Zahlung hoher Geldauflagen eingestellt worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft in Dresden mit. Zwölf Lovoo-Beschäftigten war vorgeworfen worden, Männer mit falschen Profilen von erfundenen Frauen dazu verleitet zu haben, kostenpflichtige Leistungen der Kontaktvermittlung in Anspruch zu nehmen. Damit soll die Firma zwischen Juni 2013 und Juni 2014 Nutzer um fast 1,2 Millionen Euro gebracht haben.

Im Juni dieses Jahres hatte es nach einem anonymen Hinweis Razzien gegeben. Zwei Geschäftsführer wurden verhaftet, kamen aber wenige Tage später gegen Kaution wieder frei. Einer von ihnen hat sich mittlerweile aus dem operativen Geschäft zurückgezogen.

Laut Staatsanwaltschaft beruht nun die Einstellung auf verschiedenen Umständen: So falle der individuelle Schaden für die betroffenen Nutzer vergleichsweise gering aus und liege je nach Fall zwischen 20 Cent und 20 Euro. Zudem seien die Beschuldigten nicht vorbestraft und hätten sich kooperativ gezeigt. Nach Angaben der Behörde hatten sich vor allem die beschuldigten Geschäftsführer um Aufklärung bemüht.

Die Beschuldigten müssen nun Auflagen zwischen 5.000 Euro und 390.000 Euro zahlen. Rund 900.000 Euro fließen laut Staatsanwaltschaft an gemeinnützige, regionale Einrichtungen, 300.000 Euro gehen an die Staatskassen.

Die Beschuldigten hätten der hohen Zahlung zugestimmt, um die Last eines laufenden Ermittlungsverfahrens so früh wie möglich vom Unternehmen abzuwenden, teilte Lovoo mit. Nun wolle man daran arbeiten, das Vertrauen der Nutzer, Kunden und Partner zu stärken. Unter anderem soll es dafür neue Möglichkeiten zur Verifizierung von Nutzerprofilen sowie technische Verbesserungen der Dating-App geben.

Nach Unternehmensangaben wird die App von rund 60 Millionen Menschen genutzt. Lovoo bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, interessen- und standortbezogen andere Menschen kennenzulernen. Datingplattformen geraten immer wieder in Verdacht, ihre meist männlichen Kunden mit gefälschten Profilen abzuzocken. Zuletzt hatte eine Analyse des massiv gehackten US-Angebots Ashley Madison ergeben, dass die Mehrzahl der weiblichen Profile gefälscht war.