Ägypten hat den arabischen Nachrichtenkanal Al Jazeera sowie 20 weitere Websites gesperrt. Der Nachrichtenseite Al-Masry Al-Youm zufolge seien davon auch die Internetauftritte der in Ägypten verbotenen Muslimbrüder und andere islamistische Medien betroffen. Aus nicht näher genannten Quellen hieß es, die Seiten enthielten Material, das Lügen verbreite und den Terrorismus und Extremismus unterstütze.

Unter den blockierten Seiten sollen laut Al-Masry Al-Youm außerdem die arabische Version der Huffington Post und die unabhängige Seite Mada Masr mit Sitz in Kairo sein. Seit dem Sturz des frei gewählten Präsidenten Mohammed Mursi 2013 geht Ägypten massiv gegen Islamisten vor. Al Jazeera war dabei immer wieder in den Fokus geraten, weil es von Katar finanziert wird. Die arabischen Staaten sind der Meinung, dass das Emirat die Muslimbrüder und andere Islamisten fördert.

Die Sperrung der Seiten kommt zwei Tage nach angeblich kritischen Äußerungen des Emirs von Katar, Tamim bin Hamad al-Thani, über Ägypten und andere arabische Staaten. In dem Bericht von Katars staatlicher Nachrichtenagentur QNA soll er außerdem positiv über den Iran gesprochen haben – ein Land, mit dem die meisten anderen Golfstaaten verfeindet sind.

Das Außenministerium von Katar ließ mitteilen, dass es sich bei der Agenturnachricht um eine Fälschung gehandelt habe, die von Hackern veröffentlicht worden sei. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Nachrichtenseite von Al Jazeera und andere katarische Internetauftritte aber inzwischen auch gesperrt.

Ägypten war im vergangenen Jahr von der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen für sein rücksichtsloses Vorgehen gegen freie Medien kritisiert worden. Das Land habe dem Bericht zufolge entscheidend zur weltweiten Verschlechterung der Pressefreiheit beigetragen.