Das Motto des 34C3 lautet schließlich "tuwat". Tu was. Es ist eine Anspielung auf die Gründungszeit dessen, was heute der CCC ist. Aber was kann die Hacker-Community tun, um das gerade beginnende Zeitalter der künstlichen Intelligenzen mitzugestalten? Linus Neumann, einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs, sagt: "Erst mal geht es beim Kongress darum, in einem Forum von Experten für Experten diesem Problemfeld ein Podium, eine Öffentlichkeit zu geben und eine Debatte zu entfachen. Die muss mittelfristig darin münden, dass wir uns als Gesellschaft auf Kontrollkriterien und Anforderungen für KI- und Deep-Learning-Anwendungen einigen."

Neumann befürchtet, dass mit solchen Anwendungen, wenn sie weiterhin vor allem von gewinnorientierten Unternehmen entwickelt und eingesetzt werden, "die Ungleichheiten unserer Gesellschaft weiter manifestiert werden, da wird der ethische Kampf am schwierigsten, weil wir da Freiheits- und Gleichheitsinteressen gegen die Profitinteressen von Unternehmen stellen müssen".

Grundsätzlich verteufeln will er all das, was unter dem Begriff künstliche Intelligenz zusammengefasst wird, keinesfalls: "Es gibt für jede Technologie gute und schlechte Anwendungen. Wir versuchen, vor den problematischen Anwendungen und ihren negativen Konsequenzen zu warnen und ein Korrektiv zu schaffen, das dazu beiträgt, die Chancengleichheit in unserer Gesellschaft zu erhalten."

Auf die Frage, ob er den CCC selbst als einen potenziellen Vertreter der Zivilgesellschaft in diesen Debatten und Kämpfen sieht, sagt Neumann: "Der Club ist ja immer wieder gezwungen, in Notwehr zu handeln. Das werden wir auch hier tun."