Mit StreamOn bietet die Telekom ihren Nutzern einen zusätzlich buchbaren Streaming-Dienst, bei dem kein mobiles Datenvolumen verbraucht wird. Die Bundesnetzagentur hat nun aber entschieden: Teile des Angebots verstoßen gegen die Netzneutralität und müssen angepasst werden.

Jochen Homann, der Präsident der Bundesnetzagentur, teilte mit: "Im Interesse der Verbraucher sind Anpassungen bei der Ausgestaltung notwendig", der Dienst könne aber weiterhin angeboten werden. Ein Sprecher der Telekom sagte, es habe keinerlei Beschwerden von Partnern und Kunden über das kostenlose Streaming-Angebot gegeben. Die Telekom halte die Entscheidung der Bundesnetzagentur für "absolut nicht nachvollziehbar" und wolle rechtliche Schritte gegen die Weisung einleiten. Für Kunden und Partner ändere sich vorerst nichts.

Bundesnetzagentur argumentiert mit Netzneutralität

Mit StreamOn können Telekom-Kunden mit bestimmten Mobilfunktarifen Filme und Musik von Content-Partnern wie Apple oder Netflix streamen, ohne ihr eigenes mobiles Datenvolumen zu belasten. Die Bundesnetzagentur kritisierte aber, dass auch im europäischen Ausland dieselben Bedingungen bei der Datennutzung herrschen müssten – das sei nicht immer gegeben. In bestimmten Fällen werde die Übertragungsrate gedrosselt und Filme seien in geringerer Qualität zu sehen. Das sei nicht zulässig. Zudem dürften im EU-Ausland keine zusätzlichen Gebühren für den Dienst anfallen. Die Telekom erhielt eine Frist zur Änderung der Bedingungen bis Ende März 2018, danach droht ein Zwangsgeld.

Homann erklärte die Entscheidung der Bundesnetzagentur mit dem Schutz der Netzneutralität: "Das Verbot der Drosselung von Videostreaming sichert nicht nur die Vielfalt des Internets, sondern stärkt auch die Anbieter von Videostreaming-Diensten, die auf höherauflösende Inhalte setzen."

Mehr als 700.000 Kunden nutzen den Dienst StreamOn in Deutschland, 153 Partner sind an dem Angebot beteiligt.