In die Auswertung waren die Daten von fast 30.000 jungen Menschen zwischen 13 und 22 Jahren eingeflossen. Einzeln betrachtet zeigten viele der einbezogenen Studien widersprüchliche Ergebnisse, sagte Co-Autorin Caroline Marker. Die einen Forscherteams hätten positive, die anderen negative und manche gar keine Auswirkungen gefunden. Statistisch zusammengeführt ergäben die Antworten der Schüler zur Nutzung sozialer Medien und die Auswertung ihrer Noten aber ein klareres Bild. "Es ist nicht so schlimm, wie manchmal behauptet wird", so Appels Fazit. Die Nutzung sozialer Medien sei für die junge Generation weder prinzipiell sehr gut noch generell sehr schlecht. "Es kommt eben darauf an, was man macht."

Das Henne-Ei-Problem – was bewirkt was?

Noch unklar ist, ob Schülerinnen und Schüler mit schlechteren Leistungen eher zu umfassender Social-Media-Nutzung neigen oder ob es die intensive Beschäftigung mit solchen Netzwerken ist, die zu leicht schlechteren Noten führt.

Mit einer anderen Auswirkung von viel Zeit am Smartphone oder Laptop hatte sich kürzlich eine US-Studie beschäftigt: Immer mehr Zeit im Netz zu verbringen, heißt demnach nicht zwingend, sich immer besser zu fühlen. Am glücklichsten seien Teenager, die nur knapp eine Stunde täglich online sind, ergab die im Fachmagazin Emotion vorgestellte Analyse (Twenge et al., 2018) der San Diego State University.

Für die, die länger als eine Stunde pro Tag am Bildschirm kleben, sinken die Zufriedenheitswerte. Ebenso bei denen, die gar keine Digitalmedien nutzen (dürfen). Auch diese Studie stellte allerdings keinen kausalen Zusammenhang her, sondern zeigte nur eine Korrelation: Es bleibt also unklar, ob die Zufriedenheit wirklich an die Mediennutzung gekoppelt ist oder an andere damit verbundene Faktoren.