Facebook ist nach eigenen Angaben zuletzt entschiedener gegen extremistische Beiträge vorgegangen. Im ersten Quartal seien insgesamt 1,9 Millionen Einträge in Verbindung mit den Extremistengruppen "Islamischer Staat" (IS) oder Al-Kaida in den meisten Fällen gelöscht oder mit Warnhinweisen versehen worden, ließ Facebook-Chef Mark Zuckerberg mitteilen. Das seien doppelt so viele wie in den drei Monaten zuvor.

Die Europäische Union hatte zuletzt gefordert, Facebook und seine Konkurrenten müssten extremistische Inhalte schneller entfernen. Facebook verwendet eine automatisierte Software, um umstrittene Posts ausfindig zu machen.

Der Internetkonzern veröffentlichte zudem erstmals seine Definition des Begriffs "Terrorismus". Zuvor war nicht bekannt, nach welchen Kriterien Einträge als extremistisch eingestuft werden. Facebook teilte mit, als terroristisch stufe es "jede Nicht-Regierungsorganisation" ein, "die vorsätzliche Gewalthandlungen gegen Personen oder Eigentum betreibe, um eine Zivilbevölkerung, eine Regierung oder internationale Organisation einzuschüchtern, um ein politisches, religiöses oder ideologisches Ziel zu erreichen".

YouTube löscht Millionen Videos

Die Videoplattform YouTube teilte mit, im Schlussquartal 2017 insgesamt 8,3 Millionen Inhalte entfernt zu haben. 80 Prozent der fragwürdigen Inhalte seien dabei von einer Software entdeckt worden – bevor sie Menschen zu sehen bekamen.

Die Software greift laut YouTube zum einen auf eine Datenbank mit bereits bekannten Videos zurück, die bei Versuchen, sie erneut hochzuladen, gestoppt werden. Zugleich analysiert sie auch zunehmend selbst Videoinhalte, um problematische Clips ausfindig zu machen und zur Prüfung zu markieren. Die endgültige Entscheidung wird dabei größtenteils von den Mitarbeitern getroffen.

Bei den von Menschen gemeldeten Videos ging es in dem Quartal in 30 Prozent der Fälle um "sexuell freizügige Inhalte". 27 Prozent der Meldungen verwiesen auf Clips mit Spam oder falschen Angaben.

Datenmissbrauch - Wie man seine Daten auf Facebook besser schützen kann Die IT-Firma Cambridge Analytica steht im Mittelpunkt eines neuen Facebook-Skandals. Unser Video gibt drei Tipps, wie man seine Daten in dem sozialen Netzwerk besser schützen kann. © Foto: Claudia Bracholdt