Russische Hackergruppen haben offenbar Angriffe auf konservative Gegner von US-Präsident Donald Trump ausgeführt. Das geht aus einem Bericht des Technologiekonzerns Microsoft hervor, über den die New York Times berichtet. Die Angriffe richteten sich demnach gegen konservative Thinktanks wie das Hudson Institute oder das International Republican Institute.

Den Angaben zufolge hat Microsoft betrügerische Websites entdeckt, die wie die Internetseiten der Organisationen aussahen, die Nutzerinnen und Nutzer aber heimlich auf andere Seiten weiterleiteten. Ziel sei es gewesen, Passwörter und andere Benutzerinformationen zu stehlen. Die Websites seien in den letzten Wochen eingerichtet worden. Auch eine nachgeahmte Seite des US-Senats sei entdeckt worden.

Das betroffene International Republican Institute führt weltweit Programme zur Demokratieförderung durch. Zum Direktorium des Instituts gehören mehrere prominente Republikaner, die starke Kritik an US-Präsident Donald Trump geübt haben. Darunter sind etwa der Senator John McCain, der ehemalige Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und der im März von Trump entlassene Sicherheitsberater H. R. McMaster. Das Hudson Institute führt Programme gegen Korruption durch und hatte dabei auch oft Russland im Visier.

Ähnliche Angriffe gab es schon 2016

"Wir sehen derzeit eine erneute Zunahme der Attacken", sagte Microsofts Präsident Brad Smith. Besonders sei dieses Mal, dass das Ziel der Attacken breiter gefasst sei. "Das sind Organisationen, die informell mit den Republikanern zusammenhängen." Um solche Angriffe im Vorfeld der Midtermwahlen abzuwenden, brauche es eine verstärkte Kooperation zwischen Technologiekonzernen und der Regierung. Die großen Technologiekonzerne hätten im letzten Jahr Programme zum Austausch von Informationen eingeführt, diese seien jedoch nicht offiziell.

Moskau - Russland weist Vorwürfe von Microsoft zurück Das Softwareunternehmen Microsoft hat Russland vorgeworfen, dass regierungsnahe Hacker Cyberangriffe auf US-Einrichtungen geplant hätten. Der Kreml bezeichnete die Anschuldigungen als »Hexenjagd«. © Foto: Odd Andersen/Getty Images

Bereits nach der US-Präsidentschaftswahl 2016 waren ähnliche betrügerische Websites entdeckt worden. Diese richteten sich gegen Thinktanks und Nichtregierungsorganisationen wie das Council on Foreign Relations oder Transparency International.

"Diese Angriffe geschehen weiterhin, weil sie funktionieren", sagte Thomas Rid, Professor für strategische Studien an der Johns Hopkins University in Baltimore, der New York Times. "Es ist einfach, solche Seiten zu registrieren und wieder online zu stellen, also werden sie damit weitermachen.