Facebook und Instagram haben Funktionen vorgestellt, die Nutzern die Kontrolle über den eigenen Digitalkonsum ermöglichen sollen. Nutzern wird künftig angezeigt, wie viel Zeit sie in der App verbracht haben. Daneben soll es möglich sein, die Nutzungsdauer festzulegen. Die Programme weisen Nutzer darauf hin, wenn sie aufgebraucht ist. Zudem soll es die Möglichkeit geben, Push-Benachrichtigungen stummzuschalten. 

Die Funktionen zur Zeitkontrolle gelten aber jeweils nur für die Apps auf jeweils einem Gerät – und nicht, wenn man die Netzwerke am Computer nutzt. Die Nutzungszeit auf verschiedenen Geräten wird zudem nicht zusammengerechnet. Die neuen Anwendungen sollen in den nächsten Wochen freigeschaltet werden.

"Wir haben diese neuen Funktionen in Zusammenarbeit mit externen Experten, durch umfangreiche Recherchen und mit dem Feedback aus unserer Community entwickelt, um Menschen weltweit eine bewusste, positive und inspirierende Erfahrung zu bieten", teilten die Netzwerke mit. Instagram gehört seit 2012 zu Facebook.

Die Plattformen stellten die neuen Funktionen unter dem Slogan "Time Well Spent" vor. Damit nehmen sie das Motto der Kampagne des früheren Google-Mitarbeiters und Digitalkritikers Tristan Harris auf. Harris ruft zu einem Sinneswandel in der Techbranche auf. Technologie solle helfen, die eigene Zeit sinnvoll zu verbringen, anstatt die Nutzer zu immer mehr Zeit am Bildschirm zu verführen.

Facebook und Instagram folgen der Initiative anderer Techfirmen. Auch in der neuesten Version von Googles Smartphone-Betriebssystem, Android P, sind ähnliche Funktionen zur Zeitkontrolle installiert. Apple stellte dafür die App Screen Time vor, die in das neue iOS 12 integriert sein soll. Auch den Do-Not-Disturb-Modus ihrer Betriebssysteme wollen Google und Apple ausbauen. Schon zuvor gab es Tools unabhängiger Entwickler mit ähnlichen Funktionen.

Der Computerwissenschaftler David Levy hatte im Interview mit ZEIT ONLINE zu einem reflektierteren Umgang mit Smartphones aufgerufen: "Wir sollten uns nicht länger nur über die neuesten Features des iPhones begeistern oder darüber, was man alles Tolles mit seinem Telefon anstellen kann. Stattdessen sollten wir uns fragen: Was macht ein erfülltes Leben aus? Technische Geräte können uns in mancher Hinsicht dabei helfen, ein solches zu führen. Sie können uns aber auch daran hindern", sagte Levy.