Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hält einen flächendeckenden Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G für nicht machbar. Ein solches Versprechen sei weder "bedarfsgerecht noch realistisch", sagte Braun. Das "ist so unfassbar teuer". Zunächst müsse eine Flächendeckung bei der Vorgängertechnologie 4G erreicht werden.

5G soll den Weg ebnen für eine ganze Reihe künftiger Schlüsseltechnologien – wie etwa autonomes Fahren, virtuelle Realität, Telemedizin und Industrie 4.0. Dafür wird ein Netz benötigt, das riesige Datenmengen in Echtzeit transportiert und somit die Vernetzung von Milliarden von Geräten ermöglicht.

Der Verband der Automobilindustrie etwa spricht sich für einen flächendeckenden 5G-Ausbau aus. Kürzlich hatte Volkswagen-Chef Herbert Diess dem Handelsblatt gesagt: "Automobile werden voll vernetzt und damit schon bald echte Internet-Devices. Dafür ist ein schnelles und flächendeckendes 5G-Netz Voraussetzung."

Anfang 2019 sollen entsprechende 5G-Frequenzen versteigert werden. Am Montag wird der Beirat über die Bedingungen dafür beraten. Eine endgültige Entscheidung über die Bedingungen soll im November fallen. 5G-Mobilfunkverträge kommen dann wohl 2020 auf den Markt.

Mobilfunkanbieter kommen beim 4G-Netzausbau voran

Die Abdeckung des aktuell schnellsten Übertragungsstandards 4G, auch LTE genannt, nimmt derzeit zu, wie aus Zahlen der Mobilfunkbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica hervorgeht. Vodafone nahm nach eigenen Angaben im Juli und August rund 400 neue LTE-Stationen in Betrieb und kommt damit inzwischen auf rund 17.000 LTE-Anlagen sowie eine Abdeckung von rund 93 Prozent der Bevölkerung. Das waren 3.700 solcher Standorte mehr als im März 2016 und sieben Prozentpunkte mehr in der Abdeckung.

Die Deutsche Telekom meldete für Juni und Juli rund 200 neue LTE-Masten oder Gebäudestandorte, damit kommt der frühere Staatsmonopolist inzwischen auf eine Abdeckung von 97,5 Prozent bei der schnellen Übertragung. Die LTE-Abdeckung von Telefónica mit O2 liegt in Deutschland nach Firmenangaben nur bei knapp 85 Prozent.