Seit zwei Jahren geht Facebook gezielt gegen Falschinformationen vor – unwahre Behauptungen und gefälschte Nachrichten kursieren dennoch weiter in dem sozialen Netzwerk. Die irreführenden Meldungen werden dabei häufig über Bilder oder Videos verbreitet, teilte Facebook mit. Deshalb werde das Unternehmen künftig auch visuelle Inhalte auf ihre Richtigkeit untersuchen.

Wie die Überprüfung ablaufen soll, erklärte Facebook an einem aktuellen Beispiel aus den USA. "Die Nasa bestätigt, dass sich die Erde mehrere Tage verdunkelt", sei demnach zahlreichen Nutzerinnen und Nutzern angezeigt worden. Durch ein passendes Bild oder kuriose Videos habe die Nachricht dabei authentischer gewirkt. Laut Facebook können derartige Falschmeldung aber künftig mit neuen Testmethoden besser identifiziert werden.

In einem ersten Schritt will das soziale Netzwerk dabei die Kommentare unter Beiträgen untersuchen, erklärte Produktmanagerin Tessa Lyons. Fänden sich Hinweise darauf, dass mehrere Nutzer an der Glaubwürdigkeit des Inhalts zweifeln, werde dieser genauer untersucht. Dabei sollen Verifizierungstechniken wie die umgekehrte Bildersuche und eine Analyse der Metadaten eingesetzt werden. Lyons zufolge könne man so feststellen, ob es sich um ein aktuelles Bild handelt oder ob es bereits in einem anderen Kontext aufgetaucht sei.

Prüfung erfolgt durch externe Partner

Facebook unterscheidet nach eigenen Angaben zwischen drei Arten von visuellen Fake-News. So gebe es die manipulierten Inhalte, welche durch Programme zur Bildbearbeitung abgewandelt wurden. Außerdem würden Bilder und Videos auch in anderen Kontexten präsentiert oder aber mit einer falschen Überschrift versehen. Diese sollen künftig identifiziert und anschließend gelöscht werden.

Die Maßnahmen richten sich laut Facebook vor allem an sogenannte Spammer, die mit dem Verbreiten von Fake-News Geld verdienen. "Sie teilen Artikel mit falschen Informationen, die die Nutzer überraschen", sagte Lyons. "Und wenn diese dann auf die entsprechende Website klicken, verdient der Betreiber Geld."

Facebook war nach der US-Präsidentschaftswahl 2016 in die Kritik geraten. Vor der Wahl verbreiteten zahlreiche Nutzer Falschmeldungen, denen ein Einfluss auf das Wahlergebnis nachgesagt wird. Dazu zählten unter anderem Beiträge, laut denen Papst Franziskus die Präsidentschaft von Donald Trump unterstützt.

Das neue Verfahren testet Facebook bereits seit März. Die Überprüfung übernehmen 27 Partner in 17 Ländern, in Deutschland ist das Rechercheportal Correctiv dabei. Laut Lyons wolle das Unternehmen gemeinsam mit den Partnern an neuen Techniken arbeiten – schließlich lernten auch die Verbreiter von Fake-News hinzu.