Google hat Einspruch gegen die von der EU-Kommission verhängte Kartellstrafe in Milliardenhöhe eingelegt. Der Widerspruch sei beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg eingereicht worden, teilte das US-Unternehmen mit. Die Kommission wirft dem Konzern vor, beim Betriebssystem Android seine Marktmacht zu missbrauchen.

Dabei geht es etwa um Googles Vorschriften an Smartphone-Hersteller zu vorinstallierten Google-Apps. Hersteller, die Google-Dienste einbinden wollen, müssen immer ein komplettes Paket aus elf Apps einbauen, auch wenn sie lediglich den Browser Chrome oder die App-Plattform Play Store installieren möchten. Außerdem kritisiert die Kommission die sogenannte Antifragmentierungsvereinbarung, nach der Anbieter von Geräten mit Google-Diensten nicht gleichzeitig auch Smartphones mit abgewandelten Android-Versionen verkaufen können.

Die Kommission hatte daher im Juli eine Rekordstrafe von 4,3 Milliarden Euro gegen Google ausgesprochen. Zur Begründung seines Einspruchs verwies Google auf die Aussage von Konzernchef Sundar Pichai, Android habe mehr Auswahl für die Nutzerinnen geschaffen, nicht weniger.

Das Betriebssystem Android läuft weltweit auf acht von zehn Mobiltelefonen. Damit ist Google mit Abstand Marktführer vor Apples iOS auf Platz zwei. Der Konzern stellt Android kostenlos zur Verfügung. Google muss die Strafe wegen des laufenden Verfahrens zunächst nicht zahlen, hat aber bereits Rücklagen dafür gebildet. Auch dadurch ging der Gewinn des Google-Mutterkonzerns Alphabet im zweiten Quartal deutlich zurück.