Facebook hat im Vorfeld der Kongresswahlen in den USA am 6. November mehr als 800 Benutzeraccounts gesperrt. Damit will das Unternehmen gegen die Verbreitung von Falschmeldungen vorgehen. Insgesamt habe man 559 Seiten und 251 Nutzerkonten entfernt, die stetig die Regeln gegen Spam und koordinierte Aktivitäten unauthentischer Seiten verstoßen hätten, teilte das Unternehmen in einem Blogeintrag mit.

"Menschen müssen den Verbindungen vertrauen können, die sie auf Facebook eingehen", schrieben Nathaniel Gleicher, Facebook-Chef für Cybersicherheit, und der Produktverantwortliche Oscar Rodriguez. Daher gehe Facebook gegen Netzwerke von Accounts vor, die die Nutzer über ihre Identität und ihre Absichten täuschten.

Dabei gehe es um Benutzerkonten, Seiten und Gruppen, die versuchten, politische Auseinandersetzungen in den USA, dem Nahen Osten, Russland oder Großbritannien anzuheizen. Ein Großteil werde aber nicht mit einer politischen Absicht betrieben, sondern schlicht, um Geld zu verdienen. Die Betreiber verbreiteten massenhaft Inhalte über ein Netzwerk von Seiten und Gruppen, um Nutzer auf legitim scheinende Internetseiten zu locken. In Wirklichkeit handele es sich aber um "Werbefarmen".

"Diese Netzwerke benutzen heute vermehrt sensationalistische politische Inhalte – unabhängig von einer politischen Ausrichtung – um ein Publikum aufzubauen und Nutzerströme auf ihre Seiten zu locken", schrieben Gleicher und Rodriguez. Oft erweckten sie den Eindruck, beliebter zu sein, als eigentlich der Fall ist, da die Seiten sich massenhaft gegenseitig Likes geben und ihre Beiträge teilen.

Laut einem Bericht der Washington Post hatte eine der gesperrten Seiten mehr als 3,4 Millionen Likes und mehr als 3 Millionen Abonnenten. Sie habe für sich in Anspruch genommen, als erste Onlinepublikation Donald Trump unterstützt zu haben. Es seien aber auch Seiten darunter, die in ihren Beiträgen Trump und die Republikaner angegriffen hätten.

Das soziale Netzwerk sieht sich vor allem seit dem US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 dem Vorwurf ausgesetzt, nicht genug gegen gefälschte Accounts vorzugehen. Solche Seiten sollen massenhaft Falschmeldungen verbreitet und so den Wahlkampf beeinflusst haben. Bereits im August hatte Facebook 652 miteinander verknüpfte Konten, Seiten und Gruppen gesperrt. Diese sollen aus dem Iran und Russland gesteuert worden sein.