Apple hat einen Bericht über chinesische Spionagechips auf seinen Servern auch vor dem US-Kongress zurückgewiesen. Das Unternehmen habe nie schädliche Chips, manipulierte Hardware oder absichtlich platzierte Sicherheitslücken auf seinen Servern gefunden, teilte Apple in einem Schreiben an den Kongress (PDF) mit. Derartige Vorwürfe im Bericht der Wirtschaftszeitung Bloomberg Businessweek seien "einfach falsch".

Die Zeitung hatte vergangene Woche eine Recherche veröffentlicht, der zufolge chinesische Hacker Spionagechips in die Server des Computerherstellers Supermicro eingebaut haben sollen. Deren manipulierte Elektronik sei bei bis zu 30 US-Unternehmen eingesetzt worden. Dadurch sei es den Angreifern möglich gewesen, die Kontrolle über die Server zu übernehmen und Daten herunterzuladen. Der Recherche zufolge ist neben Apple auch Amazon betroffen – beide Unternehmen haben die Vorwürfe jedoch zurückgewiesen.

Dem Bericht zufolge sind die Spionagechips mit der Größe einer Bleistiftmine bereits 2015 auf den Servern gefunden worden. Seitdem habe Apple auch mit dem FBI zusammengearbeitet, schrieben die Journalisten der Bloomberg Businessweek weiter. Die Ermittler vermuteten demnach Hacker des chinesischen Militärs hinter den Angriffen.

Wahrheitsgehalt des Berichts ist umstritten

Doch auch dies dementierte Apple nun. Man habe wegen derartiger Sicherheitsbedenken nie mit dem FBI in Kontakt gestanden, teilte der Konzern mit. Bloomberg habe außerdem auf vielfache Nachfragen zu den Spionagechips keine Angaben machen können, kritisierte Apple – das Unternehmen selbst habe hingegen auf alle Anfragen geantwortet.

Der Wahrheitsgehalt des Berichts wird von Experten angezweifelt, auch weil sich die Recherche vorrangig auf anonyme Quellen stützt. So äußerte der im Bericht zitierte Technikexperte Joe Fitzpatrick ebenfalls Zweifel am Bericht. Er fühle sich unwohl, wenn er den fertigen Artikel lese, sagte Fitzpatrick in einem Podcast von Risky Business. Dabei habe er Bloomberg bereits vor Veröffentlichung des Berichts mitgeteilt, dass die Spionagevorwürfe "keinen Sinn machen".