Nur etwa 30 Prozent aller befragten Kinder und Jugendlichen sind laut einer repräsentativen Studie davon überzeugt, dass ihre persönlichen Daten im Internet sicher sind. Im Vergleich zu Ergebnissen aus den Vorjahren seien das deutlich weniger, sagte die Direktorin Sozialforschung und Studienleiterin des durchführenden Sinus-Instituts.

Zudem stellen der Studie zufolge auch viele Befragte fest, dass die Umgangsweisen im Netz sich verrohen. So nehmen zwei Drittel der 14- bis 24-Jährigen das Internet als Raum wahr, in dem diejenigen, die sich äußern, damit rechnen müssten, beleidigt oder beschimpft zu werden. Für etwa 38 Prozent ist diese wahrgenommene "Beleidigungskultur" ein Grund, die eigene Meinung im Internet nicht zu äußern. Vorgestellt wurde die Studie vom Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und dem Familienministerium.

Deutlich zugenommen habe auch die Angst vor der Veröffentlichung peinlicher oder intimer Posts, genauso wie die Angst davor, dass gefälschte Nutzerprofile erstellt werden. Viele Jugendliche seien zudem besorgt, internetsüchtig zu sein oder zu werden. Insbesondere die 14- bis 17-Jährigen sähen das als Problem. 64 Prozent der Befragten gaben zudem an, sie hätten das Gefühl, im Internet Zeit zu verschwenden.

Trotzdem bezeichneten die meisten Kinder und Jugendlichen laut der Studie das Internet als unverzichtbar. Etwa 68 Prozent könnten sich ein Leben ohne nicht vorstellen. Vor vier Jahren seien das allerdings noch fünf Prozent mehr gewesen, heißt es in der Studie. 41 Prozent und damit rund vier Millionen der Befragten fürchten sich vor einer komplett digitalen Zukunft.

Wie aus der Erhebung weiter hervorgeht, fürchten sich 41 Prozent und damit etwa vier Millionen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor einer komplett digitalen Zukunft. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zur Vorgängerstudie von 2014 fast verdoppelt. Befragt wurden fast 1.730 Menschen.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) bezeichnete die Ergebnisse der Studie als ernüchternd. Wenn junge Menschen sich im Internet nicht einmal mehr trauten, ihre Meinung frei zu äußern, sei das ein erschreckendes Signal. Kinder und Jugendliche bräuchten Unterstützung und Begleitung, damit sie das Netz unbeschwert nutzen könnten. Giffey kündigte deshalb eine Reform des Jugendmedienschutzgesetzes an. Dies solle Teilhabe, Befähigung und Schutz zugleich sein. Anbieter müssten zudem ausreichende Sicherungs- und Meldesysteme bereitstellen.