Facebook hat nach eigenen Angaben weitere gefälschte Accounts und Seiten gelöscht, die mit der iranischen Regierung verbunden waren. Wie der US-Konzern mitteilte, wurden insgesamt 783 Facebook-Seiten, -Gruppen und -Konten entfernt. Sie seien in verschiedenen Ländern aktiv gewesen und hätten unter falschen Identitäten größtenteils von iranischen Staatsmedien veröffentlichte Informationen weiterverbreitet.

Nach Angaben von Facebook-Manager Nathaniel Gleicher, der für Cybersicherheit zuständig ist, entfernte das Netzwerk 365 Facebook-Accounts, 262 Seiten und 162 Instagram-Profile. Einige seien bereits seit 2010 aktiv gewesen. Rund zwei Millionen Nutzer hätten mindestens eine der Seiten abonniert. Bei Instagram seien 240.000 Nutzerinnen zumindest einem der Accounts bei dem Fotodienst gefolgt. Für Werbung bei Facebook-Plattformen hätten die Betreiber etwa 27.000 Dollar ausgegeben.

Gleicher zufolge gab es die manipulativen Aktivitäten in 26 Ländern, darunter Deutschland und Frankreich sowie Ländern in Nordafrika, im Nahen Osten und in Asien. Die Urheber hätten sich als Einwohnerinnen und Einwohner der jeweiligen Staaten ausgeben und Botschaften zu aktuellen Themen eingestellt, etwa zum israelisch-palästinensischen Konflikt oder zu den Bürgerkriegen in Syrien und im Jemen.

Facebook war in den vergangenen Jahren in die Kritik geraten, weil es genutzt worden war, um massenhaft manipulative und falsche Informationen zu verbreiten. Als ein Beispiel gilt die russische Desinformationskampagne im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf. Facebook reagierte, indem es seine Teams aufstockte, die für die Unterbindung solcher Praktiken zuständig sind.