Instagram ist für junge Menschen in Deutschland nicht nur als Netzwerk zum Teilen von Fotos interessant: Einer Befragung von Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zufolge nutzt beinahe jeder und jede Vierte die Plattform regelmäßig für Nachrichteninhalte. 

Dieses Ergebnis ist Teil des Digital News Report 2019 des Reuters Institute for the Study of Journalism an der Universität Oxford. Das Umfrageinstitut YouGov hatte die Erhebung zu Jahresbeginn durchgeführt, für die deutsche Teilstudie ist das Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg verantwortlich.

Demnach gaben 23 Prozent der Befragten in Deutschland an, regelmäßig nachrichtliche Inhalte auf Instagram anzusehen. Jeweils 22 Prozent nutzten zum selben Zweck Facebook und YouTube. Jeder Zehnte zwischen 18 und 24 Jahren informiere sich via WhatsApp über Nachrichten. Lediglich sechs Prozent nutzten dafür Twitter.

Der Kommunikationswissenschaftler Sascha Hölig vom Leibniz-Institut für Medienforschung sagte dazu: "Instagram hat bei den 18- bis 24-Jährigen Facebook und Twitter als Nachrichtenquelle überholt." Die Plattform sei "das angesagte Medium".

Allerdings seien soziale Medien insgesamt nur für drei Prozent die alleinige Nachrichtenquelle: 97 Prozent nutzten nach eigenen Angaben weitere Kanäle, um sich zu informieren.

Das Vertrauen in Nachrichten ist in Deutschland vergleichsweise hoch

Bei der Erhebung wurde auch das Vertrauen der Menschen in die Qualität und Richtigkeit von Nachrichten untersucht: Demnach stimmt in Deutschland rund die Hälfte der erwachsenen Internetnutzer und -nutzerinnen der Aussage zu, dass sie dem Großteil der Nachrichten vertraue. "Das Vertrauen in die Nachrichten allgemein ist in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern hoch. In Großbritannien sind es 40 Prozent, in den USA 32 Prozent, in Ungarn 28 Prozent und Frankreich sogar nur 24 Prozent. Deutschland liegt im vorderen Drittel", sagte Hölig. Außerdem gelte es, zu differenzieren: Der Wert von 47 Prozent für Deutschland enthalte alle Nachrichten, "die den Befragten insgesamt und auf sämtlichen Wegen begegnen können", sagte Hölig. Für Nachrichtenquellen, die aktiv aufgesucht und genutzt würden, liege dieser Wert deutlich höher.

Das grundsätzliche Vertrauen in Nachrichten auf sozialen Internetplattformen sinke: Zum Befragungszeitpunkt 2019 hätten nur noch 16 Prozent angegeben, Nachrichten aus sozialen Medien zu vertrauen – zwei Prozentpunkte weniger als 2018. Unter jüngeren Mediennutzerinnen und -nutzern liege dieser Wert nur bei zwölf Prozent. "Man darf also nicht in die Logik verfallen, dass junge Leute auf Fake-News hereinfielen und deswegen ihr Wahlverhalten änderten", gab Hölig zu bedenken. Das Vertrauen in die Plattformen sei rückläufig.

Seit 2012 untersucht das Reuters Institute for the Study of Journalism jährlich generelle Trends und nationale Besonderheiten der Nachrichtennutzung. Für die Studie 2019 wurden Daten in 38 Ländern erhoben, pro Land wurden etwa 2.000 Personen befragt.