Onlinehändler wie etwa Amazon müssen für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht unbedingt per Telefon erreichbar sein. Sie müssen allerdings ein Kommunikationsmittel bereitstellen, über das sie schnell kontaktierbar sind und effizient kommunizieren können. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg und folgte damit dem Gutachten seines Generalanwalts vom Februar.

Hintergrund des Falls war eine Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands gegen Amazon in Deutschland. Die Verbraucherschutzorganisation bemängelte, dass das Unternehmen nicht ausreichend über Erreichbarkeiten per Telefon informiert habe. Eine Faxnummer werde gar nicht angegeben.

Die obersten Richter in der Europäischen Union erklärten nun, dass Unternehmen nicht verpflichtet seien, einen Telefonanschluss oder ein E-Mail-Konto neu einzurichten, damit Verbraucher stets mit ihnen in Kontakt treten könnten. Firmen könnten auch andere Wege nutzen, wie etwa elektronische Kontaktformulare, Internet-Chats oder ein Rückrufsystem. Entscheidend ist, dass der Kunde bestmöglich geschützt werde, ohne dabei stärker in die Gestaltungsfreiheit des Unternehmens einzugreifen als unbedingt erforderlich.

Ein wirksamer Verbraucherschutz werde laut dem EuGH nicht dadurch erreicht, dass eine bestimmte Art der Kontaktaufnahme – etwa per Telefon – festgelegt werde. Die Informationen über den verwendeten Informationsweg müssten Kundinnen aber klar und verständlich zugänglich gemacht werden.