Facebook hat nach eigenen Angaben ein von Russland aus gesteuertes Netzwerk gefälschter Nutzerkonten auf Instagram ausgehoben. Die Verantwortlichen hätten sich als in den USA ansässig ausgegeben und kontroverse politische Botschaften verbreitet, teilte das Unternehmen mit.

Was genau das Ziel gewesen sei, könne nicht gesagt werden, sagte der für Cybersicherheit zuständige Manager Nathaniel Gleicher. Es gebe "einige Verbindungen" zu der russischen Organisation Internet Research Agency (IRA). Diese gilt als "Trollfabrik" der russischen Regierung. Die USA werfen der russischen Regierung vor, über die IRA in die Präsidentschaftswahl 2016 eingegriffen zu haben. Russland weist die Vorwürfe zurück.

Das Netzwerk verfügte nach Unternehmensangaben über 50 Instagram-Accounts und einen Facebook-Account mit insgesamt etwa 246.000 Followern. Es hat laut einer Auswertung des Social-Media-Analyseunternehmens Graphika über 75.000 Posts abgesetzt. Darunter vor allem Memes und Screenshots viraler Tweets.

Das verbreitete Material habe gleichermaßen Demokraten wie Republikaner ansprechen können, sagte der an den Ermittlungen beteiligte Sicherheitsforscher von Graphika, Ben Nimmo. Zum großen Teil seien die Mitglieder des Netzwerkes damit beschäftigt worden, "echtes Material von echten Amerikanern" zu kopieren. Dies könne auf einen Versuch hinweisen, sprachliche Defizite zu vertuschen.

Kennzeichnungspflicht für staatlich kontrollierte Medien

Facebook gab auch die Enttarnung von drei iranischen Netzwerken bekannt. Das Unternehmen kündigte zudem mehrere Schritte an, um die Verbreitung von Propaganda und gefälschten Nachrichten einzudämmen. So sollen staatlich kontrollierte Medien gekennzeichnet werden. Beiträge, die von unabhängigen Faktenprüfern für falsch erklärt wurden, sollen künftig mit einem Hinweis versehen sein. Accounts von gewählten Politikern, Wahlkandidaten und deren Mitarbeitern sollen verstärkt abgesichert werden.

Facebook war im vergangenen Jahr von mehreren Datenschutzskandalen erschüttert worden. So waren unter anderem die Daten von rund 87 Millionen Nutzerinnen und Nutzern bei der Datenanalysefirma Cambridge Analytica gelandet. Das Unternehmen arbeitete später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump. Wegen Datenschutzverstößen verhängte die US-Verbraucherschutzbehörde FTC eine Strafe in Höhe von 4,5 Milliarden Euro gegen Facebook.