Soziologe Thorsten Peetz forscht zu "Liebe im Zeitalter von Tinder". © Caroline Scharff für ZEIT ONLINE

Dating-Apps wie Tinder, OkCupid und Grindr haben die Art, wie sich Menschen kennenlernen können, drastisch verändert. Wandelt sich durch solche Datingportale aber auch die Art und Weise, wie wir intime Beziehungen angehen? Wandeln sich gar die Beziehungen selbst? Vermischen sich gesellschaftliche Schichten stärker? Wird die Liebe durch die Portale endgültig ökonomisiert – oder war sie das schon immer?

Diese Fragen beantwortet Thorsten Peetz in einer neuen Folge des Digitalpodcasts Wird das was?. Er ist Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Soziologische Theorie der Universität Bremen. Eines der Projekte, das er dort leitet, heißt "Intime Bewertungen. Liebe im Zeitalter von Tinder".

"Auf Onlinedating-Plattformen kann man Leute kennenlernen, [...] die auch jenseits der sozialen Kreise angesiedelt sind, in denen man sonst verkehrt", sagt Peetz. Schon das Unbeobachtetsein auf Dating-Plattformen entlaste in gewisser Weise das Kennenlernen. Doch obwohl man sich auf Datingportalen abseits gesellschaftlicher Zwänge bewegt, bleiben die sozialen Schichten trotzdem weitgehend unter sich. Sozioökonomische Kriterien spielten immer noch eine Rolle, sagt Peetz. Warum das so ist, sei noch ein großes Rätsel. Er vermutet, dass man auch online Leute "lese". Die Selbstdarstellung auf Dating-Plattformen verrät dann doch mehr, als einem lieb ist.

Im Digitalpodcast erklärt Thorsten Peetz außerdem, warum Onlinedating nicht oberflächlicher als das analoge Kennenlernen ist, weshalb der Zufall durch die Portale transformiert wird, welches emanzipatorische Potenzial hinter den Plattformen steckt, wieso die Ökonomisierung der Liebe kein neues Phänomen ist – und was es mit der Gründungsgeschichte einer Beziehung macht, wenn man den Lebenspartner auf dem Klo gewischt hat.

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