Eine der deutschen Medienanstalten hat gegen Twitter ein förmliches Verfahren eingeleitet, weil die Plattform pornografische Inhalte frei zugänglich gemacht haben soll. Die Plattform habe sich mit Hinweis auf irisches Recht geweigert, Nutzerprofile zu löschen oder zu sperren, die Fotografien oder Videos mit sexuellen Handlungen zeigen, teilte die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein mit. Es handele sich um Profile, die Kindern und Jugendlichen frei zugänglich seien und sexuelle Dienstleistungen und Produkte bewerben würden.

Twitter begehe nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag eine Ordnungswidrigkeit und mache sich zudem strafbar, heißt es weiter. Von dem Unternehmen gab es keine Stellungnahme.

Twitter sei als Hostprovider bei Erkennen pornografischer Inhalte für deren Entfernung verantwortlich, heißt es in der Mitteilung. Sollte das Unternehmen die Nutzerprofile nicht löschen oder sperren, will die Anstalt das Verfahren weiterführen mit dem Ziel eines Bußgeldes und einer Untersagung, eventuell mithilfe der irischen Aufsichtsbehörden.

Twitter hält sich wie andere Netzwerke so weit wie möglich aus der Wertung von Inhalten raus. Im Oktober hatte Twitter-Chef Jack Dorsey angekündigt, weltweit politische Werbung auf der Plattform zu verbieten. Der Kurznachrichtendienst hatte zuletzt mit sinkenden Nutzerzahlen zu kämpfen.