Programmierer in Tschechien haben auf kreative Weise gegen überteuerte Staatsaufträge protestiert. Knapp hundert Teilnehmer eines Programmierwettbewerbs erstellten innerhalb von 48 Stunden in Freiwilligenarbeit einen Onlineshop für den Verkauf von elektronischen Autobahnvignetten. Der Onlineshop war am Montag im Probebetrieb unter dem Titel Faire Vignette im Internet erreichbar und soll dem Verkehrsministerium im Laufe der Woche kostenlos übergeben werden.
Ursprünglich hatte das Ministerium ein Unternehmen ohne Ausschreibung beauftragt, einen solchen Onlineshop für umgerechnet knapp 16 Millionen Euro zu einzurichten. Dagegen protestierten die Initiatoren des sogenannten Hackathons. "Falls wir eine Rechnung ausstellen müssen, wird auf der Rechnung eine Null stehen", sagte Organisator Tomáš Vondráček der Onlineausgabe der Zeitung Právo.
Die umstrittene Auftragsvergabe hatte bereits vor einer Woche zur Entlassung von Verkehrsminister Vladimír Kremlík geführt. Industrieminister Karel Havliček übernahm das Amt daraufhin. Der 50-Jährige begrüßte das Angebot der Programmierer: "Das System muss in den nächsten Tagen noch einen Belastungstest bestehen, aber es sieht nicht schlecht aus."
Kommentare
GalloNew
#1 — vor 1 WocheHervorragende Aktion!
s8191273
#1.1 — vor 6 TagenGenau! Inklusive eingebauter Hintertüren für Gratisvignetten für die Programmierer.
strixaluco
#2 — vor 1 WocheTolle Aktion, Alle Achtung!
nur eine frage
#2.1 — vor 1 WocheVolle Zustimmung
... es gibt leider Technologiebereiche, bei denen die Politik einfach überfordert und ein Spielball von Beratern mit finanziellen Eigeninteressen ist.
melios
#3 — vor 1 Woche16 Millionen ohne Ausschreibung? Das stinkt. Und widerspricht sicher EU-Vergaberichtlinien.
Planloser
#3.1 — vor 6 TagenIst der Betrag zu gering? Unser Verkehrsminister versenkt 500 Mio. und lacht dabei.
derenor
#4 — vor 1 WocheHerr Scheuer... schauen sie genau hin...
Das haette Ihre Maut sein koennen.
Michael Klane
#4.1 — vor 1 WocheAber, aber. Dann wäre doch gar kein Steuergeld versenkt worden. Die 500 Mio für das Deutsche Debakel sind ja auch nicht weg. Sie befinden sich jetzt halt nur nicht mehr beim Bund, sondern bei diversen Firmen. ;-)
Ich persönlich kenne sogar eine, die einen großen Batzen davon abgreifen konnte. Hinter vorgehaltener Hand gibt der Chef da zu : "Danke Deutschland. Wir haben Millionen Euro für nix tun bekommen. " → Die konnten halt Regress anmelden, weil das Projekt gecancelt wurde.
:D
PS: Gut finde ich das auch nicht. Herr Scheuer müsste eigentlich für 20 Jahre in den Bau. Wird aber wohl nicht passieren.