Trotzdem gibt es natürlich Wege, solche Regeln zu umgehen. So geben manche Unternehmen ein neues Produkt umsonst an Personen, die es dann bewerten sollen. "Solche Tester können sich […] geschmeichelt fühlen und freuen sich über früher oder kostenlos gelieferte Waren", warnt der Verbraucherzentrale Bundesverband. Die Bewertung könne dann besser ausfallen, als sie es ohne den Sonderstatus des Testers gewesen wäre.

Unternehmen können verschiedene Daten prüfen, um mögliche Fälschungen aufzuspüren: Beispielsweise lässt sich die IP-Adresse, also die ID eines Teilnehmers, verfolgen und sperren, wenn plötzlich viele positive Rezensionen zu einem Restaurant von derselben Adresse kommen.

Nutzerinnen und Nutzer müssen sich dagegen eher auf ihr Gefühl verlassen. Onlinebewertungen stammen oft von Laien, nicht von professionellen Testern. Das kann positiv sein. Nimmt man als Beispiel einen Taxianbieter, dann ist es gut, zu wissen, dass der bei einem Kunden immer pünktlich war. Es ist aber eben auch anekdotische Evidenz: Der Eindruck ist subjektiv, die Person hat keinen größeren Überblick. Nutzerinnen müssen selbst herausfinden, was für sie eine vertrauenswürdige Uber-Bewertung, Buchrezension oder Restaurantempfehlung ist – und welche davon wiederum überhaupt hilfreich sind. In einer repräsentativen Umfrage der Marktwächter der Verbraucherzentrale Bayern gab 2017 gerade einmal jeder vierte Befragte an, Onlinebewertungen zu vertrauen.

Plattformen versuchen dagegenzusteuern, indem sie Nutzerinnen und Nutzer wiederum Bewertungen bewerten lassen: War dieser Kommentar hilfreich? Wenn ja, ist es zum Beispiel bei Amazon wahrscheinlicher, dass er weit oben angezeigt wird. Das sorgt allerdings dafür, dass als besonders hilfreich gekennzeichnete Kommentare oft eben auch als besonders hilfreich gekennzeichnet werden (Journal of Electronic Commerce Research: Wan, 2014). Zusätzlich werden mitunter extreme Bewertungen und positive Beiträge als nicht so nützlich wahrgenommen (Wuhan International Conference on E-Business: Hong, 2017).

Schon verständlich also, dass Onlineportale wie Yelp nicht alle Bewertungen anzeigen – sie bringen teils nichts. Nur scheinen die Portale selbst auch nicht immer neutral zu sein. Schon mehrfach geriet insbesondere Yelp in die Kritik, weil es Unternehmen in den USA bedrängt haben soll, die keine Werbung auf dem Portal schalteten. Yelp selbst bestreitet das.