Lowell McAdam, der Vorstand des Netzbetreibers Verizon, hat dem Wall Street Journal verraten, dass er zusammen mit Google an einem Konkurrenzprodukt zum iPad bauen will. Gerüchte über ein "gPad" gab es schon länger. Auch der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg hat diese News nun verbreitet.

Tablet-PCs sind keine originäre Erfindung von Apple, aber Apple hat den Markt dafür bereitet. Innerhalb eines Monats verkaufte das Unternehmen von Steve Jobs eine Million seiner neuen Geräte.

Schon seit Jahren haben große Namen wie Microsoft, HP oder Samsung probiert, ein solches "Trybrid" aus Laptop, Smartphone und eReader auf den Markt zu bringen. Wenn nach Apple nun auch der Internetgigant Google an einem solchen Gerät bastelt, heißt das zunächst, dass die Technikexperten der Welt diese Art des Surfvergnügens für zukunftsträchtig halten. Mit dem Nexus, der Konkurrenz zum iPhone, hatte man bei Google sich noch deutlich mehr Zeit gelassen.

"Was nach unserer Meinung die nächste große Welle an Möglichkeiten ist? Wir arbeiten beispielsweise zusammen an Tablets", sagte McAdam der Zeitung. "Wir schauen uns all die Dinge an, die Google in seinen Archiven hat und die man auf ein Tablet bringen könnte, um eine großartige Erfahrung daraus zu machen."

Das heißt außerdem, dass auch die Carrier – in diesem Fall Verizon in Konkurrenz zum Apple-Partner AT&T – sich von den Tablets lukrative Deals versprechen und sich derzeit ihre Verbündeten suchen, beziehungsweise sich selbst als wichtige Player in den Markt einbringen. Die weitere Entwicklung mit ihren Koalitionen und mehr oder weniger offen ausgetragenen Feindschaften zu beobachten, könnte spannend werden. Für Google ist es dabei eher ungewöhnlich, sich für eine Kooperation mit einem einzelnen Anbieter zu entscheiden. Das Smartphone Nexus konnte man noch sowohl über einen Vertrag subventioniert als auch ohne einen solchen erwerben.

Für die Kunden schließlich könnte das heißen, dass es neben dem iPad, oft genug gescholten für seine geschlossene Architektur, eine weitere Alternative geben wird, die für freiere Software und offenere Schnittstellen stünde. Wobei man im Gegenzug vermutlich nicht umhin käme, sich beim Surfen ein paar persönliche Daten von Google abjagen zu lassen.

Das wäre dann tatsächlich so etwas wie die Probe aufs Exempel: Wenn Tablet-PCs als Geräteklasse an sich überzeugen können, wird bald jeder so ein Ding in den Händen halten. Viele scheinen das derzeit für wahrscheinlich zu halten. Darunter also auch Verizon und Google.