Es sollte der nächste große Wurf für Apple werden, und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Nach dem Verkaufsstart des iPhone 4 am 24. Juni setzte das Unternehmen aus Cupertino binnen dreier Tage 1,7 Millionen Geräte ab. Das ist Branchenrekord. Wie auch bei den Vorgängermodellen blieben gemäß Apples Marketingstrategie viele Details des Smartphones bis zur letzten Minute geheim. Die größte Überraschung hätte Apple aber wohl lieber unter Verschluss gehalten. Wie das amerikanische Technikportal Gizmodo noch am Verkaufstag mit Hilfe zahlreicher Benutzer herausfand , erleidet das iPhone 4 einen Signalverlust, wenn man es am unteren linken Gehäuserand hält. Denn ausgerechnet hier ist das Antennenband verarbeitet.

Das Problem ist inzwischen hinreichend bekannt, die Lösung steht noch immer aus. Apples eigene Hotline riet aufgebrachten Nutzern zunächst, das Gerät doch einfach anders zu halten, was prompt zu diversen Mock-Kampagnen im Internet führte: Aus Apples Motto "Think Different" wurde "Hold Different". Das zweite Lösungsangebot des Unternehmens ist nicht minder dreist. Betroffene können eine Schutzhülle verwenden, durch die der direkte Kontakt von Hand und Antenne vermieden wird. Praktisch: Apple bietet die passenden Hüllen, sogenannte "Bumper", gleich selbst an: zu 29 Dollar das Stück.

Ein erstes offizielles Statement von Apple folgte am 2. Juli. Zur Überraschung der Experten und Nutzer machte man nicht etwa ein Hardware-Fehler für den Signalabfall verantwortlich. Sondern es hieß, es handele sich lediglich um einen Fehler in der Darstellung der Signalqualität auf dem Display. Wie man inzwischen festgestellt hat, zeigt das iPhone 4 ohnehin häufig einen besseren Empfang an, als tatsächlich vorhanden, vor allem im Netz von AT&T, dem einzigen lizenzierten Anbieter des iPhones in den USA.

Ein Softwareupdate soll die Darstellung des Empfangssignals nun präziser machen. Was das eigentliche Problem allerdings nicht beheben kann. Das hat das unabhängige US-Testportal Consumer Reports nun bestätigt. Es handelt sich in der Tat um einen Design- und Hardwarefehler. Um das Problem wirklich zu beheben, müsste man das Gerät selbst überarbeiten.