Wie viel Hoffnung die Verlage auf den digitalen Mark setzen, zeigt auch eine Umfrage des Verbandes. Innerhalb von zehn Jahren wollen die Verlage demnach 50 Prozent ihres Gesamtumsatzes über Bezahlinhalte verdienen. Dafür müssten die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Online-Aktivitäten jedoch erheblich reduzieren, forderte Wolff: "Wie sollen die Verlage Bezahlmodelle aufbauen, wenn ARD und ZDF die gleichen Inhalte kostenlos anbieten?" Die Seite tagesschau.de und heute.de seien zu öffentlich-rechtlichen Zeitungen mutiert.

Die Zeitungsverleger würden deshalb mit allen ihnen zur Verfügung stehenden juristischen und politischen Mitteln Front gegen diese Praxis machen. Wolff kritisierte ebenfalls die Post AG, die ihr kostenloses Anzeigenheft Einkauf Aktuell mit redaktionellen Inhalten bestücken wolle. "Es ist eine Chuzpe, wie der Staat seine schützende Hand über ein Monopolunternehmen hält, bei dem er immer noch der größte Aktionär ist, statt die wirklich freie Wirtschaft und den Mittelstand zu fördern", sagte Wolff.

Die Meldung des Branchendienstes Horizont , wonach ein Zusammenschluss des BDZV mit dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger angedacht werde, dementierte Wolff: "Wir arbeiten gut zusammen, es gibt jedoch keine Bestrebungen zur Fusion."

(Der Artikel erschien zuerst imTagesspiegel.)